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Demonstration in Köln: N-Wort stoppen!

Das deutsche Landesverfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommern, das aus sieben weißen und fast ausschließlich männlichen Mitgliedern besteht, behauptet der Begriff „N****“ sei nach heutigem Sprachgebrauch, nur in einem bestimmten Kontext als abwertend zu verstehen.

AFD-Abgeordneten Krämer: „Dann komme ich mal zu einer ganz grundsätzlichen Sache. Das Wort ,N****‘ habe ich bewusst gewählt, weil ich mir eben nicht vorschreiben lasse, was hier Schimpfwort sei oder was nicht.“

Im Oktober 2018 verwendete Kramer mehrmal das »N-Wort«, in einer Landtagsdebatte in Bezug auf Asylsuchende

Charlotte Nzimiro, Aktivistin aus Hamburg, startete eine Petition gegen das Urteil in der sie die „rechtliche Anerkennung, des rassistischen Begriffs fodert.

Hilf mit, die Demonstration bekannt zu machen: Lade Deine Freundinnen und Freunde ein oder unterstütze die Petition!

Beginn: 18.01.2020 – 14Uhr, Köln-Heumarkt
Schlusskundgebung: Köln, Roncalli-Platz/Domplatte

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Sie sind stark, unapologetisch und sind Balsam für die Seele!

Wir stellen euch 5 inspirierende Frauen vor, denen es sich unbedingt zu folgen lohnt!


Wopana Mudimu

Ob als Sozialarbeiterin im „KingzCorner“ Aachen, als Poetry-Künstlerin, unter dem Namen Frau Walter“, oder politische Aktivistin, Wopana Mudimu erweitert euren Horizont. Ihre Arbeit und Schreiben nutzt sie, um politische Aussagen nach außen zu tragen und ihre Ansichten über Gesellschaftsthemen, die sie beschäftigen, zu teilen. Als Aktivistin setzt sie in ihrer Arbeit einen Fokus auf feministische und postkoloniale Themen.

Nun gibt es ihren ersten Youtube-Channel „Quarantäse Poesie„. Wem die „Quarantäne Poesie“ noch nicht reicht, der kann kann ihre wundervolle Welt auf ihren Instagramkanälen black_is_excellence und wopana.words folgen. Dort teilt sie Gedichte und kommentiert politische und aktuelle Geschehnisse. Abonniert, folgt und liked was das Zeug hält!

MyUrbanology

MyUrbanology „portraitiert Schwarze Role Models, informiert über Events, Literatur-Neuerscheinungen und Musik – für Erwachsene und für Kinder.“

Hinter dieser Platform stecken Stefanie Cuff und Alina Hodzode. Sie bieten Lifestylethemen, Research, Wohlfühlorte, Bücher und Adressen, die Dich begeistern und empowern – von Women of Colour* für Women of Colour!

Noch wichtiger, findet man dort Tipps zum Abschalten und Wohlfühlen. Wie fühle ich mich besser? Wie verbindet man sich mit seinem Innerem und wie bekomme ich einen Energieboost?

My Urbanology, bietet einen einzigartigen Online Selfcare Workshop an, der sich speziell an Woman* of Colour, richtet. Dabei geht es darum, wie man Selbstfürsorge, bewusstes Energiemanagement, sowie die Resilienz verbessern kann. Durch Meditationen, „bei denen du deine inneren Kraftquellen kennenlernst, konkrete Übungen, die Dir helfen, Reaktionsmustern zu erkennen und aus ihnen auszusteigen“, gewinnst du so Erkenntnisse darüber, wie du mehr Raum im Alltag für deine Selbstfürsorge schaffst.  Dieser Workshop bietet auch Raum für einen inspirierenden und empowernden Austausch mit anderen Women* of Color.

RosaMag

RosaMag inspiriert und empowert, es porträtiert und informiert afrodeutsche Frauen. Man muss einen Blick in alle Kategorien werfen!

Neben schönen Artikeln über „Seidentücher für Afrohaare“ und tollen Interviews, widmet sich die Reihe Rosapedia, regelmäßig mit Begriffen, die dir dabei helfen mehr über die afrodeutsche Geschichte und Bewegung zu erfahren. „RosaMag vermittelt Identität über Kreativität und portraitiert die facettenreichen Lebenswelten von Schwarzen Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.“

Unterstütze RosaMag hier. Mit nur 2,50 € kannst du dazubeitragen, das erste und einzige Online-Lifestylemagazin für Schwarze Frauen im deutschsprachigen Raum noch lange zu erhalten. #SupportYourLocalOnlineLifestyleMag

Thelma Buabeng

Keiner schafft es in so viele unterschiedliche Rollen zu schlüpfen wie Thelma Buabeng. Ob auf der Kinoleinwand („Löwenzahn“, „Friesen am Limit“, „Wahrheit oder Lüge“), im TV, im Theater („Les Miserables“, „Der haarige Affe“) oder als Synchronsprecherin („Tante Ruth“, „Schlafkrankheit“), sie ist mehr als eine gesamtgesellschaftliche Bereicherung!

Kennt ihr schon ihr Komedieformat „Tell me nothing from the horse“ (Abbonieren nicht vergessen!) – ihr werdet nicht mehr aufhören zu lachen!

Tupoka Ogette

Wer kennt sie nicht? Richtig, Tupoka Ogette! Als Diversity-Trainerin reiste sie mit ihrem Buch Exit Racism quer durch Deutschland, um „rassismuskritisch denken zu lernen“, zumindest bis kurz vor Corona. Keine einfache Aufgabe! Aber es gibt sie doch, die tolle Nachricht! Das Buch „Exit Racism“ gibt es bald auch als Hörbuch! Wem das Buch nicht ausreicht, der sollte mal den Podcast „Gespräche unter Schwestern“ lauschen. DOrt hört ihr Gespräche zwischen Schwarzen Frauen* wie zum Beispiel mit Alice Hasters, Aminata Touré oder Stephanie Cuff, „über das „(Über-)Leben, Lieben, Entdecken, (Er-)schaffen, (Er-)kämpfen, (Er-)forschen, Inspirieren und Schreiben.“

Viel Spaß!

5 inspirierende Frauen, denen ihr unbedingt folgen solltet

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Coronavirus: Afro Jazz Legende Manu Dibango und König des Soukous Aurlus Mabélé verlieren Kampf gegen Covid-19

Der weltberühmte Saxophonist Manu Dibango starb mit 86 Jahren am frühen Dienstagmorgen in einem französischen Krankenhaus, an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Mit dem Song „Soul Makossa“ feierte er in den 70er Jahren einen weltweiten Hit. In den USA landete er damit als erster afrikanischer Musiker auf Platz eins der Charts.

Der in Brazzaville geborene Aurlus Mabelé (67) (Aurélien Miatsonama), den man auch den „König des Sokous“ nannte, verlor am 19.03.2020 ebenfalls den Kampf gegen Covid-19. Mit seiner Gruppe Loketo („Embargo“, „Loketo„, „Zebola“, “Waka Waka”) galt er als Botschafter der afrikanischen Musik. Mit mehr als 10 Millionen verkauften Tonträgern weltweit , trug er dazu bei, den Soukous über die Grenzen des afrikanischen Kontinents bekannt zu machen.

Aurulus Mabéle

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Mach mit beim #YellowSunday!

Bereits zum sechsten Mal, wird am 23.06.19 der #YellowSunday stattfinden. Die jährlich stattfindende Kampagne dient dem Zweck der Mobilisierung von Studenten, Aktivisten, Künstlern, Kirchenvertretern, oder jedem Menschen rund um den Globus. Die Sozialen Medien spielen dabei eine besondere Bedeutung. Mit ihrer Hilfe soll vor allem die westliche Hemisphäre erreicht werden, um auf die seit 20 Jahren fortlaufenden Massaker in Beni (eine Stadt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo) aufmerksam zu machen.

Auch die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen soll erwirkt werden, um den Krieg ein Ende zu setzen.

Warum #Yello?

In der kongolesichen Mythologie symbolisiert die Farbe Gelb Wohlstand. Der größte Wohlstand sind jedoch Kongo´s Frauen. Sie sind der Rückhalt der Gesellschaft. In Beni sind Massaker und Vergewaltigungen an der Tagesordnung. Seit mehr als zwei Jahrzenten leben die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo mehr oder weniger im Kriegszustand. Es sind vor allem Frauen und Mädchen im Kongo, und Frauen weltweit, die unter diesem Zustand sehr leiden müssen.

Was du zu tun hast, um zu helfen:

  • Trage etwas gelbes, um deine Solidarität mit Kongo und ihrer Bevölkerung zu zeigen
  • Mache ein Selfie von dir, oder bitte deine/n Freund/in darum ein Foto von dir zu machen
  • Twitter/ teile es auf Facebook oder Instagram und vergiss nicht den Hashtag #YellowSunday zu benutzen
  • Spende  £10; €10, $10 oder so viel du spenden kannst

Hier kannst du spenden.

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Malesi Kiala: Alpha Bootcamp – TRAIN LIKE AN ALLROUND ATHLETE –

Das „Alpha Boot Camp“ ist nicht nur einfach ein Trainingslager oder Fitnesszentrum, in dem jeder trainiert. Im ALPHA-Bootcamp kommen verschiedene Sportler, Nationalitäten und Persönlichkeiten zusammen“, so lautet das Motto vom Begründer Malesi Kiala.

Es wird in Gruppen trainiert. Das Konzept: Nicht einfach nur „pumpen“ sondern effektives Gruppentraining. Bisher in einer  Crossfit-Halle in Düsseldorf und zukünftig auch in Köln, soll das Training im Bootcamp ein Mal im Monat stattfinden. Das Training ist eine Kombination aus Athletik, Medizinbällen, Speedleitern, Schnellkraft, und Ausdauertraining. Ganz wichtig dabei: in einer familiären Atmosphäre Spaß haben. Der Trainer ist neben seiner Rolle als Motivator auch da, um über seine eigenen Grenzen zu gehen. Der Vorteil des Gruppentrainings ist die gegenseitige Motivation. Mangelt es an Motivation, ist wohl kaum ein Ziel zu erreichen oder? Körper und Geist stehen dabei klar im  Vordergrund.

„Es ist meine Liebe zum Sport und Sport habe ich schon immer gemacht. Ich will Menschen dazu begeistern Sport als Liebe zu sehen,“ erzählt uns Kiala im Interview.

Malesi war vorher im Bereich Online-Marketing tätig. Der Job war nur wenig erfüllend. Der falsche Antrieb, die fehlende Motivation und die Frage „was kann ich am besten“, war schnell beantwortet. Sport, die Kunst Körper, Geist und Seele in Balance zu bringen.

„Das ALHA-Bootcamp ist nicht nur Schwarzen Menschen vorbehalten, sondern jeder Mensch, egal welcher Herkunft und Hautfarbe, ist willkommen. Sport soll verbinden, findet Kiala.

Seit April, ist das Alpha Bootcamp exklusiver Partner des Urban Sports Club.

Ab Samstag (20.4) startet das Alpha Gluten Camp für Frauen. Wie ihr wisst, steht der Sommer vor der Tür! Also, nichts wie los!

Neugierung geworden? Folgt Kiala Malesi auf IG – Malesi_alphafit

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Artikel, BHM2019, Black History Month, Black History Month 2019

BHM 2019: Esther Donkor

In diesem Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt, den Du, Bebero Lehmann, Kaleo Sansaa, Nancy Mac Granaky-Quaye und das Afrika Filmest ins Leben gerufen hast. Wir haben Deine Kolleginen bereits interviewt! Jetzt sind wir daran interessiert auch über Dich etwas mehr zu erfahren!

Wer bist Du?

Ester: Mein Name ist Esther Donkor, ich lebe in Köln und bin Schriftstellerin, KrauseLocke-Gründerin, Yogatherapeutin, Festivalorganisatorin beim Afrika Film Festival Köln und in erster Linie Lebenskünstlerin.

Wer waren Deine Vorbilder, wer Dich inspiriert?

Das ist für mich schwer zu beantworten, da die ständig wechseln. Bob Marley hat mich von klein auf inspiriert, aber auch nicht gänzlich. Ich bin kein Fan von Vorbildern, da jeder Mensch so facettenreich ist, dass ich mir niemanden voll und ganz zum Vorbild nehmen möchte. Man lernt ja nie den Menschen als Ganzes kennen. Manchmal trifft man Leute, von denen hatte man vielleicht die Illusion, sie seien „perfekt“ und dann entspricht die Begegnung so gar nicht den Erwartungen, die man hatte. Zu hohe Erwartungen enttäuschen in der Regel. Mich inspirieren Menschen, die im Leben einiges durchgemacht haben oder durchmachen und trotzdem nicht verzagen, andere inspirieren, Menschen mit Geschichten und Mut zu ihrem eigenen Facettenreichtum.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich bin im Grunde keine Aktivistin. Ich lebe und liebe ein eher zurückgezogenes Leben im Kreise meiner Liebsten und wenn mich etwas auf die Palme bringt, dann schreibe ich drüber.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Vom BHM habe ich immer mal wieder durch die sozialen Medien Wind bekommen. 2018 kam Bebero Lehmann dann auf FilmInitiativ (den Verein, der das Afrika Film Festival Köln veranstaltet und für den ich tätig bin) zu und hat gefragt, ob wir Lust haben, etwas zum BHM Köln beizutragen. Hatten wir!

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Das ist für mich, wie die Frage nach den Vorbildern, schwierig zu beantworten. Um für dieses Interview mal ein paar Schwarze zu nennen: Whoopie Goldberg, weil „Sister Act“ und „die Farbe Lila“ mich als Kind sehr geflasht haben und sie auch heute noch eine coole Socke ist. Miriam Makeba, weil ich finde, dass Musik die beste Medizin ist und sie diese Medizin nutzte, um sich für Menschenrechte und gegen die Apartheid einzusetzen. Beyoncé, weil man über sie sagen kann, was man will, aber sie flasht mich immer wieder und ist eindeutig ein Vorbild in Sachen Disziplin und Limo machen, wenn das Leben dir Zitronen reicht. Bob Marley, weil er mein Leben von Kindesbeinen an maßgeblich beeinflusst hat, mit seiner Musik, seinen Texten, seiner Weltanschauung. Theodor Wonja Michael, weil ich ihn persönlich kennenlernen durfte und er einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ. Ich könnte ein ganzes Buch füllen, darum höre ich an dieser Stelle auf.

BHM – kann ein Monat reichen?

Natürlich wäre es großartig, wenn die Black History Monat ein ganz normaler Teil unserer Geschichtsbücher wäre. Noch großartiger wäre es, wenn es da gar keine Unterscheidung mehr zwischen white und Black history gäbe, sondern alles als Gesamtbild betrachtet würde. Bis es soweit ist, finde ich zumindest einen Monat, der sich intensiv mit diesem Teil der Geschichte auseinandersetzt schon mal super. Und darüber hinaus wird in der Black Community ja auch sehr viel dafür getan, dass es nicht nur bei diesem einen Monat bleibt.

Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden. Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

„Two thousand years of Black history could not be wiped away so easily“ hat schon Bob Marley gesungen (Zion Train, 1980). Und so empfinde ich es auch. In der Schule habe ich so gut wie gar nichts über Schwarze Geschichte gelernt. Klar, so ein bisschen Sklaverei wurde oberflächlich angeschnitten. Aber das meiste erfuhr ich erst viel später und musste mir das Wissen teilweise auch selber aneignen. Da kochte bei mir auch erstmal Wut hoch. Wut darüber, dass ich das alles nicht vorher gelernt habe, darüber dass dieses Wissen nicht in den Schulen unterrichtet wurde und automatisch Wut auf die „perpetrators“. Eine normale Reaktion, aber diese Wut habe ich zum Glück überwunden und bin raus aus diesem Täter-Opfer-Blickwinkel. Für mich gilt es, in die Zukunft zu blicken und an mir selbst zu arbeiten, nur so kann man meiner Meinung nach etwas verändern a lá Michael Jackson: ‚If you want to make the world a better place, take a look at yourself, and make a change. Und vielleicht wird der Schwarze Teil der Geschichte ja wirklich eines Tages „normal“. Den BHM empfinde ich insofern wichtig, als dass er zumindest das Bewusstsein auf den Schwarzen Teil der Geschichte konzentriert.

33 Jahre nach dem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Sicherlich hat sich etwas verändert. Allein durch das Internet und die sozialen Medien kann man sich leichter informieren, austauschen und vernetzen als damals. Wenn man Opfer von Diskriminierung oder Rassismus geworden ist, findet man zumindest im Netz schneller „Hilfe“, ein Ventil oder Gleichgesinnte. Man kann auf die Situationen noch leichter aufmerksam machen, Kritik verteilen, Kritik einstecken. Leider habe ich jedoch das Gefühl, dass es mittlerweile auf allen Seiten radikaler geworden ist, was ich sehr schade finde. Es gibt heutzutage z.B. auf Facebook und Co. so viele Gruppen, die aber in den meisten Fällen andere ausschließen. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Safe Spaces. Mir fehlen nur mehr von den Gruppen, in denen alle an einem Strang ziehen. Denn nur so kann dieser Welt letztlich geholfen werden.

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Ich wurde an einem Donnerstag geboren. Bei den Ashanti, dem Volk in Ghana dem mein Vater entstammt, werden Frauen, die an diesem Tag geboren wurden, Yaa genannt. Als ich vor ein paar Jahren in Ghana war, erzählte man mir die Geschichte von Yaa Asantewaa, einer ghanaischen Königin, die Endes des 19. Jahrhunderts großen Mut bewies. Damals fielen die Briten in Ghana ein und ignorierten einen Friedenspakt, den der damalige Ashanti-König Prempeh I. mit ihnen aushandeln wollte. Stattdessen überfielen die Kolonialherren die Ashanti, brannten ihre Dörfer nieder und verschleppten den König und viele weitere Ashanti nach Freetown und auf die Seychellen. Die übriggebliebenen Ashanti standen kurz davor, sich zu ergeben, doch Yaa Asantewaa motivierte und inspirierte sie dazu weiterzukämpfen und sich unerbittlich zur Wehr zu setzen. „We can never agree to this. We must fight!“ Und dann kämpften sie weiter. Diese Story, von der ich zuvor noch nie gehört hatte, hat mich schwer beeindruckt. Frauenpower pur, oder wie man heute so schön sagt Black Girl Magic.

Was ist mit einer Schwarzen Frau von heute?

Heute gibt es auch so viele coole, inspirierende Schwarze Frauen, Nancy, Bebero, da fällt es mir schwer nur eine zu nennen. Wen ich aber jederzeit nennen kann ist meine Schwester Diana Donkor. Sie ist einfach stark, warmherzig und grandios und sie zeigt mir immer wieder aufs Neue, dass man alles erreichen kann, was man sich wünscht, wenn man nur an sich selber glaubt.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Erwarten könnt ihr ein tolles Programm gespickt mit Poesie, Geschichte, Kino und Entspannung. Das wird großartig! Als Team-Mitglied von FilmInitiativ Köln e.V. möchte ich natürlich die Werbetrommel für das Film-Screening von „Millis Erwachen“ am 16. Februar im Filmforum rühren. Bei meinem Yogakurs am 23. Februar geht es dann ums totale Relaxen und Wohlfühlen in der eigenen Haut. Da sind alle herzlich eingeladen – egal welche Farbe diese Haut hat.

Ihr findet Esther hier:

Webseiten: http://www.esthersiesta.com, http://www.krauselocke.de
Facebook: Esther Donkor, KrauseLocke

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BHM 2019: Bebero Lehmann

Bebero, in diesem Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt. Du, Esther Donkor, Nancy Mac Granaky-Quaye, Kaleo Sansaa, und das Afrika Filmfest habt den diesjährigen Black History Month in Köln ins Leben gerufen. Bevor wir darauf etwas genauer eingehen, sind wir daran interessiert etwas mehr über Dich zu erfahren!

Du bist?

Bebero: Mein Name ist Bebero Lehmann, ich bin eine afro-deutsche Frau, Mutter, Historikerin, Journalistin und Aktivistin.

Wer waren Deine Vorbilder, wer hat Dich inspiriert?

Klar gab und gibt es immer bekannte Persönlichkeiten, die mich inspirieren. Aber als wirkliche Vorbilder würde ich eigentlich eher Menschen bezeichnen, die ein Stück meines Lebenswegs mit mir gemeinsam gegangen sind. Zu allererst sind das meine Mutter, meine Oma und meine Uroma. Diese drei Frauen waren natürlich nicht perfekt, aber ihre Stärke hat mich sehr geprägt und sie haben mir von klein auf vermittelt mich selbst zu lieben und an meine innere Stärke und meine schöpferische Kraft zu glauben.
Während des Studiums war die Begegnung mit einigen jüngeren Professorinnen für mich sehr wichtig und inspirierend, um meinen Platz im Bereich der Geschichtswissenschaften zu finden. Das ist ja immer noch ein Bereich der stark von Weißen Männern geprägt wird. Auch wenn sich da seit „Farbe bekennen“ schon einiges getan hat.

In Paris hatte ich außerdem mit Elikia M’Bokolo zum ersten Mal einen Schwarzen Professor, der zu mehrheitlich Schwarzen Studentinnen und Studenten über Schwarze Geschichte als Teil der europäischen Geschichte gesprochen hat. Da fügte sich für mich plötzlich ganz viel zusammen. Ich begann mich mit afro-deutscher Geschichte zu beschäftigen und verstand nach und nach auch mehr von meiner eigenen Geschichte und Gegenwart.

Gibt es einer Schwarzen Frau von heute die Dich inspiriert?

Es gibt heute viele inspirierende Schwarze Frauen, denen ich auch schon begegnen durfte und zu denen ich natürlich auch Esther, Kaleo und Nancy zählen würde. Kürzlich hat mich außerdem Marion Kraft, die ich für den Freitag interviewen durfte (erscheint zum BHM diesen Monat) sehr inspiriert. Sie gehört eben zu jenen afro-deutschen Frauen, die in den 1980er Jahren wichtige Pionierarbeit geleistet haben und sie versteht es sehr gut die Botschaften von Audre Lorde, mit der sie auch gut befreundet war, ins heute zu transferieren.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Da gab es ehrlich gesagt keinen Schlüsselmoment. Es war eher ein Prozess. Irgendwann reichte es mir nicht mehr geschichtliche Zusammenhänge zu studieren und deren Zusammenhänge mit Rassismus oder der Flüchtlingspolitik heute zu erkennen. Irgendwann musste ich mich einmischen. Aus diesem Drang heraus sind auch meine kolonialkritischen Rundgänge und der Black History Month entstanden. Damit möchte ich am Geschichtsbewusstsein hierzulande rütteln, das immer noch sehr Weiß und eindimensional ist.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Seit Jahren lese ich jedes Jahr im Winter welche tollen Veranstaltungen es im Rahmen des Black History Month in Hamburg, Frankfurt und Berlin gibt. Kaleo und ich haben deshalb schon oft gesagt: das fehlt uns hier in Köln, nächstes Jahr müssen wir da auch mal was machen. – Und dann ging wieder ein Jahr vorbei. Letztes Jahr im Oktober sind wir dann endlich aktiv geworden. Dass Kaleos Soultrip-Poetry-Event und meine kolonialkritischer Rundgang Teil des BHM sein würden, war sofort klar. Dann habe ich Nancy und Esther, die ich kurz vorher beim Afrika Filmfestival kennengelernt habe, gefragt, ob sie einen Film zeigen wollen – und die beiden hatten große Lust den BHM mitzugestalten. Bei unserem ersten Planungstreffen stellte sich außerdem heraus, dass Esther auch Yoga unterrichtet, was eine total schöne Ergänzung zu unserem Programm ist. Denn bei allem Aktivismus kommt die Self Care oft zu kurz kommt. Ja und so hat sich das BHM-Programm zusammengefügt. Dass wir dann auch alles so umsetzen können, wie wir es geplant haben, verdanken wir der tatkräftigen Unterstützung und Förderung durch die ISD und EOTO und durch den großen Support vom Afrika-Filmfestival-Team. Das muss an dieser Stelle natürlich auch mal gesagt werden.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Genau wie Esther, bin auch ich mit den Klängen von Bob Malrey aufgewachsen. Seine Musik hat mich schon als Kind sehr berührt und seine Kernaussagen finde ich nach wie vor wichtig. Später hat mich die ganze Hip-Hip-Bewegung sehr geprägt. Da gab es plötzlich ein Schönheitsideal, mit dem ich mich identifizieren konnte. Außerdem hat mich schon immer die politische Dimension sehr interessiert, auch wenn ich mit 14 vieles noch nicht so ganz verstanden habe. Über 2Pac kam die Auseinandersetzung mit den Black Panter. Aus dem deutschsprachigen Bereich war für mich das, was Brothers Keepers gemacht habt, wichtig, der Song „Adriano“ zum Beispiel. Heute finde ich spannend, wie Megaloh, Musa und Ghanaian Stallion als BSMG die Deutsche Kolonialvergangenheit und deren Fortwirken bis heute, thematisieren.

Wichtige Bücher waren und sind für mich „Provincializing Europe“ von Dipesch Chakrabarty, „Black Germany“ von Robbie Aitken, „Pan-Africanism and Communism“ von Hakim Adi, „The Black Atlantic“ von Paul Gilroy, alles, was ich bisher von Chimamanda Adichie, Zadie Smith und Chinua Achebe gelesen habe, Theodor Michaels Autobiographie „Deutsch sein und schwarz dazu“, „Farbe bekennen“ – natürlich, „Deutschland Schwarz weiß“ von Noah Sow und aktuell: „Empowering Encounters with Audre Lorde“ von Marion Kraft. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Bücher fallen mir ein. Aber ich mache jetzt mal einen Punkt.

Filme gibt es auch viele sehenswerte. Im Hinblick auf unseren Aktivismus finde ich den Film über Audre Lordes Berliner Jahre sehr inspirierend, weil er viele Dinge anspricht, aber gleichzeitig eine ziemlich empowernde Wirkung hat. Außerdem kann ich zum Thema Kunst von afro-deutschen Frauen und Empowerment den Film „Millies Erwachen“, der im Rahmen des BHM am 16.02. hier in Köln zu sehen ist, nur wärmstens empfehlen.

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BHM – kann ein Monat reichen? Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden.

Ich denke auch in Deutschland ist es nach wie vor das Ziel, dass die afro-deutsche Geschichte ein selbstverständlicher Teil des vorherrschenden historischen Narrativs ist. Doch bis es soweit ist, ist es wichtig Räume zu schaffen, in denen ein entsprechendes Geschichtsbewusstsein entstehen und wachsen kann und in denen vor allem auch afro-deutsche Menschen all das über ihre Geschichte lernen können, was noch nicht in den Schulen vermittelt wird. Der Black History Month ist eine schöne Gelegenheit dazu. Aber ich bin dafür auch in den anderen 11 Monaten des Jahres so viele Gelegenheiten und Räume wie möglich dafür zu schaffen.

Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

Ich finde gerade in Deutschland ist der Black History Month eine schöne Gelegenheit, nicht nur um die Geschichte und Gegenwart Schwarzer Menschen in Deutschland zu würdigen, sondern auch um uns auszutauschen, zu vernetzen, und auch einfach Spaß zu haben – zum Beispiel bei einer der tollen Veranstaltungen, die die künstlerischen Leistungen Schwarzer Deutscher sichtbar machen. Denn ich denke, gerade in Deutschland ist es immer noch für viele ein wichtiges Thema aus der Vereinzelung raus zu kommen.

33 Jahre nachdem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Diese Pionierinnen der afro-deutschen Frauenbewegung, die „Farbe bekennen“ geschrieben haben, haben in Deutschland vieles angestoßen. Es gibt heute eine bundesweit vernetzte afro-deutsche Community, auch wenn Vereinzelung immer noch ein Problem ist. Aber es gibt eben Vereine und Ort, wie die ISD und EOTO zum Beispiel, die Gemeinschaft schaffen und außerdem auch wichtige politische Arbeit machen, etwa in Zusammenhang mit der Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung.

Außerdem wird heute ganz anders über Alltagsrassismus und auch über institutionellen Rassismus gesprochen, als noch in den 1980er Jahren. Es gibt mehr Anlaufstellen in denen Opfer von rassistischer Gewalt Unterstützung finden können. Gleichzeitig ist es aber frustrierend, dass immer noch so viele rassistisch motivierte Gewalttaten unaufgeklärt bleiben und sich strukturell so wenig ändert.

Aber auch im wissenschaftlichen Bereich hat sich schon einiges getan. Afro-deutsche Geschichte und die deutsche Kolonialvergangenheit sind an vielen deutschen Universitäten mittlerweile ein Thema, auch wenn man nach wie vor Geschichte studieren kann – auch auf Lehramt – ohne sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen.

Insgesamt würde ich sagen, es hat sich vieles verändert, aber es ist auch noch viel zu tun. Ganz dringend brauchen wir meiner Meinung nach zum Beispiel mehr Solidarität mit den geflüchteten Menschen vom afrikanischen Kontinent. Wie kann es sein, dass heute wieder Schwarze Menschen Opfer von Sklaverei werden? Warum schauen wir bei diesem Massenmord im Mittelmeer im Prinzip alle zu? Was sind das für unmenschliche Lager in denen geflüchtete Menschen in Europa leben müssen? Wenn wir darüber nachdenken, fühlen wir uns schnell ohnmächtig. Aber das sind wir nicht! Wir müssen uns nur besser organisieren.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Der diesjährige BHM Köln bietet euch ein ziemlich spannendes und abwechslungsreiches Programm, mit Poesie, Filmkunst, Self Care und natürlich afro-deutscher Geschichte.

Zum Auftakt erwartet euch am 9.02. ein kolonialkritischer Stadtrundgang im sogenannten „Afrika-Viertel“ in Köln Nippes. Der Rundgang ist diesmal exklusiv für Black People of Colour und People of African Descent, denn mir ist bei vergangenen Rundgängen aufgefallen, dass es da ein gewisses Bedürfnis nach einem sicheren Rahmen gibt, in dem Menschen, die anders von den kolonialen Kontinuitäten betroffen sind, ihre Fragen in Ruhe stellen und diskutieren können. Außerdem wird da auch empowerndes Wissen vermittelt, indem ich die Geschichten Schwarzer Menschen in Deutschland, die auch Widerstand gegen den Deutschen Kolonialismus und den damaligen Rassismus geleistet haben, erzähle. Weil ich das schon oft gefragt wurde, es wird ab April aber auch wieder Rundgänge geben, die für alle offen sind und Gruppen können mich auch buchen

Weiter geht’s mit dem Film „Millies erwachen“ am 16.02. im Filmforum im Museum Ludwig. Dort könnt ihr diesen tollen Film nicht nur sehen, sondern anschließend auch noch mit der Filmemacherin Natascha Kelly darüber sprechen. Am 23.02. haben wir dann gleich zwei schöne BHM-Events.

Mittags gibt’s eine Yoga-Session mit Esther im Fleur de Coeur in Ehrenfeld. Das finde ich toll, denn nur wenn wir uns gut um uns selbst kümmern und es uns gut geht, können wir auch politisch aktiv sein, ohne langfristig auszubrennen. Audre Lorde hat das gut auf den Punkt gebracht: „Caring for myself is not self-indulgence, it is self-preservation, and that is an act of political warefare.“

Abends zelebrieren wir bei der BHM-Special-Edition von Soultrip-Poetry afro-deutsche Poesie. Bei Kaleos Poetry Events, die auch über Köln hinaus mittlerweile eine gewisse Bekanntheit haben, herrscht immer eine sehr schöne, inspirierende und wertschätzende Atmosphäre. Dieses mal gibt es mit einer Lecture Performance von Kaleo über ihren Großvater, einen sambischen Widerstandskämpfer, außerdem ein neues Format, auf das ich sehr gespannt bin.

Ich hoffe ihr freut euch auf unser kleines, feines Programm genau so wie ich und ich lerne dadurch noch ganz viele von euch persönlich kennen!

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BHM 2019: Nancy Mac Granaky-Quaye

Dieses Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt. Vier Frauen, Kaleo Sansaa, Esther Donkor, Bebero Lehmann und Nancy Mac Granaky-Quaye rufen den diesjährigen BHM Köln ins Leben. Wir interviewen alle Mitbegründerinnen und wollen mehr über sie erfahren. Heute stellen wir euch Nancy vor!

Nancy, stell Dich einfach mal so vor, wie Du Dich selbst vorstellen würdest, wenn Du Dich selber interviewen würdest. Wer bist Du?

Nancy: Mein Name ist Nancy. Ich lebe auf dem Land bei Köln und arbeite als Filmemacherin, Autorin, Bildmischerin und in der Programmplanung für das Afrika Film Festival Köln.

Wer waren Deine Vorbilder, wer Dich inspiriert?

Ich war zwar noch sehr klein, aber im Nachhinein würde ich sagen, dass der Musiker Prince eine Art Vorbild für mich war. Ich hatte ihn mir als Kind ganz allein ausgesucht und war in meinem Freundeskreis die Einzige mit meiner Bewunderung. Das hat mich aber nie gestört, weil ich immer wusste: Egal was andere denken, Prince ist super! Auch als ich seine Musik gar nicht mehr gehört habe, blieb Prince für mich immer einer der ganz großen, kreativen Freigeister.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich würde mich eher als Netzwerkerin bezeichnen.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

2009 wurde ich selbst auf den Berliner BHM eingeladen, um einen meiner Filme zu präsentieren. Vorher wusste ich gar nicht, dass es den BHM gibt. Seitdem wurde ich bzw. meine Filme immer mal wieder zu diversen BHMs in Deutschland und den USA eingeladen.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Als Jugendliche hat mich Michelangelo Antonionis Film „BLOW UP“ beeindruckt. Die Szene im Park, die komplett ohne Sound auskommt, empfand ich damals als unglaublich spannend und ist wahrscheinlich an meiner unheilbaren Filmmanie schuld. In Puncto Virtuosität auf allen Ebenen, hat mich seinerzeit die Mutter aller Serien „THE WIRE“ mit Michael K. Williams und dem jungen Idris Elba umgehauen. Als „Schwarzes Pendant“ zur Serie GIRLS war Michaela Coels Serie „CHEWING GUM“ für mich eine Art Erweckungserlebnis. Ein aktueller Film, der mich zutiefst berührt und unterhalten hat, ist Spike Lee’s „BLACKKKLANSMAN“. Das ist nur ein winzig kleiner, spontaner Auszug. Was Musik und Literatur angeht fange ich gar nicht erst an.

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BHM – kann ein Monat reichen?

Ein Monat finde ich gut, aber wahrscheinlich sollten wir das ganze Jahr über feiern. Wir haben etwas Nachholbedarf, weil Schwarze Geschichte(n) so lange kein wirkliches Thema war(en). Vielleicht gleicht sich ja alles irgendwann aus. Das wäre ideal.

Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden. Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

Das schöne am BHM ist, dass wir selbst die Urheber sind und die Gelegenheit haben, uns so zu zeigen, wie wir selbst gesehen werden wollen. Ohne Schubladen und Klischees, die einem von außen zum Teil aufgedrückt werden. Das ist echte Freiheit und Selbstbestimmt. Der BHM erinnert uns auch daran, was Schwarze leisten. Daran kann ja eigentlich nichts schlechtes sein. Außerdem soll man Feste feiern wie sie fallen, oder?

33 Jahre nach dem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Auch durch soziale Medien hat sich einiges im Bewusstsein zum Negativen und Positiven verändert. Durch Populisten angefacht, werden die Meinungen immer eindimensionaler und radikaler, was ich gefährlich finde, weil wir als Gesellschaft auseinanderbrechen können. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr bekannte Personen öffentlich gegen Rassismus usw. äußern. Schön wären auch mehr öffentliche Kampagnen und weniger Schubladendenken. Auch wünsche ich mir mehr gesamtgesellschaftliche Teilhabe für POC. Nicht als Quoten-POC, sondern weil man unsere Meinung und unser Wissen wertschätzt und anerkennt.

Erzähl uns, wie es dazu kam, das diesjährige BHM in Köln überhaupt ins Leben zu rufen?

Bebero Lehmann und Kaleo Sansaa hatten die Idee und haben uns (Esther und mich mit dem Afrika Film Festival) ins Boot geholt.

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Die Frauen und Männer der Little Rock Nine.

Was ist mit einer (Schwarzen) Frau von heute?

Meine Schwester Linda, Janelle Monae, Gabourey Sidibe, Mo Assumang, Oprah Winfrey, Marion Kraft, Michaela Coel, Esther, Bebero und Kaleo und viele mehr.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Unterhaltung, Empowerment, Gleichgesinnte.

Vernetzt euch mit Nancy!

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BHM2019, Black History Month, Black History Month 2019

BHM 2019: Kaleo Sanaa

Es ist Black History Monat! Dieses Jahr haben sich vier Frauen vorgenommen den „BHM2019“ in Köln auf eine andere Art und Weise zu zelebrieren. Vier Frauen stecken hintert dem diesjähigrem BHM Köln, darunter auch die Künstlerin Kaleo Sansaa.

Zu Deiner Person Kaleo, wer bist Du?
Kaleo: Ich bin unter anderem Künstlerin und mache Musik. Bin politisch interessiert und aktiv wo ich kann. Seit etwas mehr als ein Jahr organisiere ich eine PoC-Poetry Bühne, die „Soul Trip Poetry“ in Köln.

Wer waren Deine Vorbilder, wer hat Dich inspiriert?

Meine Großeltern haben mich auf Grund ihrer Stärke inspiriert. Besonders mein Großvater hatte einen großen politischen Einfluss auf mich, weil er selbst Freiheitskämpfer war während der Unabhängigkeitskämpfe in Sambia.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich würde mich selbst nicht als Vollzeitaktivistin beschreiben. Ich bin mir aber oft darüber bewusst, dass ich automatisch politisch handle, indem ich z.B. eine Bühne für marginalisierte Menschen biete und in dem ich mich kritisch mit neokolonialen Strukturen auseinandersetze. Ich sehe Aktivismus besonders bei Schwarzen Menschen als gegeben, weil unsere (glückliche und erfolgreiche) Exsistenz in rassistischen Strukturen ein täglicher Akt von Widerstand bedeutet. Ich würde mich jedoch nicht als „Vollzeitaktivist“ bezeichnen, wie Emilene Wopana .

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten mal in Berührung gekommen?

Das ist schwer zu sagen. Ich wusste immer von der BHM, aus Amerika. Vor ungefähr zwei Jahren wurde ich im Rahmnen der BHM als Podiumsgast an der Universität zu Köln eingeladen, um dort Emilene Wopana Mudimu zu vertreten. Im Anschluß auf diese Podiumsdiskussion kam Bebebro nach einigen Tagen auf mich zu und erzählte mir von der Idee einen Black History Monat in Köln zu organisieren.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Bücher wie „Weiße Barbarei“  und „Die verdammten dieser Erde“ haben mich politisch sehr viel Wissen und Handlungsraum vermittelt. Musikalisch gesehen wurde in von vielen Künstlern aus den USA beeinflusst: Destiny’s Child, 50 Cent. Aber ich höre auch gerne Musik von Amy Winehouse. Durch meine Großeltern und meine Mutter habe ich sehr viel Jazz und Reggae gehört. KünsterInnen wie Lucky Dube und Alick Nkata find ich auch super.

BHM – kann ein Monat reichen?

Leider nein. Besonder nicht Deutschland. Allein die deutsche Kolonialgeschichte wird wie ein gut behütetes und tabuisiertes Geheimnis behandelt. Ein offener und gerechter Diskurs über die Unterschiedlichen Rassismen im deutschen Alltag und innerhalb deutscher Strukturen, findet leider noch nicht statt. Es ist kaum Wissen, Einsicht und Interesse vorhanden was die Schwarze Geschichte oder den europäischen Kolonialismus betrifft. Daher sollte viel öfter und viel selbstverständlicher darüber gesprochen werden, so sehr, dass der Black History Monat irgendwann überflüssig wird!

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Meine Oma, Groß Oma. Nina Simone, Angela Davis, Waris Dirie, Viola Davis, Bell Hook und viele mehr. Es gibt so viele.

Ihr möchtet mehr über Kaleo erfahren? Hier entlang!

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