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BHM 2019: Esther Donkor

In diesem Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt, den Du, Bebero Lehmann, Kaleo Sansaa, Nancy Mac Granaky-Quaye und das Afrika Filmest ins Leben gerufen hast. Wir haben Deine Kolleginen bereits interviewt! Jetzt sind wir daran interessiert auch über Dich etwas mehr zu erfahren!

Wer bist Du?

Ester: Mein Name ist Esther Donkor, ich lebe in Köln und bin Schriftstellerin, KrauseLocke-Gründerin, Yogatherapeutin, Festivalorganisatorin beim Afrika Film Festival Köln und in erster Linie Lebenskünstlerin.

Wer waren Deine Vorbilder, wer Dich inspiriert?

Das ist für mich schwer zu beantworten, da die ständig wechseln. Bob Marley hat mich von klein auf inspiriert, aber auch nicht gänzlich. Ich bin kein Fan von Vorbildern, da jeder Mensch so facettenreich ist, dass ich mir niemanden voll und ganz zum Vorbild nehmen möchte. Man lernt ja nie den Menschen als Ganzes kennen. Manchmal trifft man Leute, von denen hatte man vielleicht die Illusion, sie seien „perfekt“ und dann entspricht die Begegnung so gar nicht den Erwartungen, die man hatte. Zu hohe Erwartungen enttäuschen in der Regel. Mich inspirieren Menschen, die im Leben einiges durchgemacht haben oder durchmachen und trotzdem nicht verzagen, andere inspirieren, Menschen mit Geschichten und Mut zu ihrem eigenen Facettenreichtum.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich bin im Grunde keine Aktivistin. Ich lebe und liebe ein eher zurückgezogenes Leben im Kreise meiner Liebsten und wenn mich etwas auf die Palme bringt, dann schreibe ich drüber.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Vom BHM habe ich immer mal wieder durch die sozialen Medien Wind bekommen. 2018 kam Bebero Lehmann dann auf FilmInitiativ (den Verein, der das Afrika Film Festival Köln veranstaltet und für den ich tätig bin) zu und hat gefragt, ob wir Lust haben, etwas zum BHM Köln beizutragen. Hatten wir!

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Das ist für mich, wie die Frage nach den Vorbildern, schwierig zu beantworten. Um für dieses Interview mal ein paar Schwarze zu nennen: Whoopie Goldberg, weil „Sister Act“ und „die Farbe Lila“ mich als Kind sehr geflasht haben und sie auch heute noch eine coole Socke ist. Miriam Makeba, weil ich finde, dass Musik die beste Medizin ist und sie diese Medizin nutzte, um sich für Menschenrechte und gegen die Apartheid einzusetzen. Beyoncé, weil man über sie sagen kann, was man will, aber sie flasht mich immer wieder und ist eindeutig ein Vorbild in Sachen Disziplin und Limo machen, wenn das Leben dir Zitronen reicht. Bob Marley, weil er mein Leben von Kindesbeinen an maßgeblich beeinflusst hat, mit seiner Musik, seinen Texten, seiner Weltanschauung. Theodor Wonja Michael, weil ich ihn persönlich kennenlernen durfte und er einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ. Ich könnte ein ganzes Buch füllen, darum höre ich an dieser Stelle auf.

BHM – kann ein Monat reichen?

Natürlich wäre es großartig, wenn die Black History Monat ein ganz normaler Teil unserer Geschichtsbücher wäre. Noch großartiger wäre es, wenn es da gar keine Unterscheidung mehr zwischen white und Black history gäbe, sondern alles als Gesamtbild betrachtet würde. Bis es soweit ist, finde ich zumindest einen Monat, der sich intensiv mit diesem Teil der Geschichte auseinandersetzt schon mal super. Und darüber hinaus wird in der Black Community ja auch sehr viel dafür getan, dass es nicht nur bei diesem einen Monat bleibt.

Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden. Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

„Two thousand years of Black history could not be wiped away so easily“ hat schon Bob Marley gesungen (Zion Train, 1980). Und so empfinde ich es auch. In der Schule habe ich so gut wie gar nichts über Schwarze Geschichte gelernt. Klar, so ein bisschen Sklaverei wurde oberflächlich angeschnitten. Aber das meiste erfuhr ich erst viel später und musste mir das Wissen teilweise auch selber aneignen. Da kochte bei mir auch erstmal Wut hoch. Wut darüber, dass ich das alles nicht vorher gelernt habe, darüber dass dieses Wissen nicht in den Schulen unterrichtet wurde und automatisch Wut auf die „perpetrators“. Eine normale Reaktion, aber diese Wut habe ich zum Glück überwunden und bin raus aus diesem Täter-Opfer-Blickwinkel. Für mich gilt es, in die Zukunft zu blicken und an mir selbst zu arbeiten, nur so kann man meiner Meinung nach etwas verändern a lá Michael Jackson: ‚If you want to make the world a better place, take a look at yourself, and make a change. Und vielleicht wird der Schwarze Teil der Geschichte ja wirklich eines Tages „normal“. Den BHM empfinde ich insofern wichtig, als dass er zumindest das Bewusstsein auf den Schwarzen Teil der Geschichte konzentriert.

33 Jahre nach dem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Sicherlich hat sich etwas verändert. Allein durch das Internet und die sozialen Medien kann man sich leichter informieren, austauschen und vernetzen als damals. Wenn man Opfer von Diskriminierung oder Rassismus geworden ist, findet man zumindest im Netz schneller „Hilfe“, ein Ventil oder Gleichgesinnte. Man kann auf die Situationen noch leichter aufmerksam machen, Kritik verteilen, Kritik einstecken. Leider habe ich jedoch das Gefühl, dass es mittlerweile auf allen Seiten radikaler geworden ist, was ich sehr schade finde. Es gibt heutzutage z.B. auf Facebook und Co. so viele Gruppen, die aber in den meisten Fällen andere ausschließen. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Safe Spaces. Mir fehlen nur mehr von den Gruppen, in denen alle an einem Strang ziehen. Denn nur so kann dieser Welt letztlich geholfen werden.

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Ich wurde an einem Donnerstag geboren. Bei den Ashanti, dem Volk in Ghana dem mein Vater entstammt, werden Frauen, die an diesem Tag geboren wurden, Yaa genannt. Als ich vor ein paar Jahren in Ghana war, erzählte man mir die Geschichte von Yaa Asantewaa, einer ghanaischen Königin, die Endes des 19. Jahrhunderts großen Mut bewies. Damals fielen die Briten in Ghana ein und ignorierten einen Friedenspakt, den der damalige Ashanti-König Prempeh I. mit ihnen aushandeln wollte. Stattdessen überfielen die Kolonialherren die Ashanti, brannten ihre Dörfer nieder und verschleppten den König und viele weitere Ashanti nach Freetown und auf die Seychellen. Die übriggebliebenen Ashanti standen kurz davor, sich zu ergeben, doch Yaa Asantewaa motivierte und inspirierte sie dazu weiterzukämpfen und sich unerbittlich zur Wehr zu setzen. „We can never agree to this. We must fight!“ Und dann kämpften sie weiter. Diese Story, von der ich zuvor noch nie gehört hatte, hat mich schwer beeindruckt. Frauenpower pur, oder wie man heute so schön sagt Black Girl Magic.

Was ist mit einer Schwarzen Frau von heute?

Heute gibt es auch so viele coole, inspirierende Schwarze Frauen, Nancy, Bebero, da fällt es mir schwer nur eine zu nennen. Wen ich aber jederzeit nennen kann ist meine Schwester Diana Donkor. Sie ist einfach stark, warmherzig und grandios und sie zeigt mir immer wieder aufs Neue, dass man alles erreichen kann, was man sich wünscht, wenn man nur an sich selber glaubt.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Erwarten könnt ihr ein tolles Programm gespickt mit Poesie, Geschichte, Kino und Entspannung. Das wird großartig! Als Team-Mitglied von FilmInitiativ Köln e.V. möchte ich natürlich die Werbetrommel für das Film-Screening von „Millis Erwachen“ am 16. Februar im Filmforum rühren. Bei meinem Yogakurs am 23. Februar geht es dann ums totale Relaxen und Wohlfühlen in der eigenen Haut. Da sind alle herzlich eingeladen – egal welche Farbe diese Haut hat.

Ihr findet Esther hier:

Webseiten: http://www.esthersiesta.com, http://www.krauselocke.de
Facebook: Esther Donkor, KrauseLocke

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BHM 2019: Bebero Lehmann

Bebero, in diesem Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt. Du, Esther Donkor, Nancy Mac Granaky-Quaye, Kaleo Sansaa, und das Afrika Filmfest habt den diesjährigen Black History Month in Köln ins Leben gerufen. Bevor wir darauf etwas genauer eingehen, sind wir daran interessiert etwas mehr über Dich zu erfahren!

Du bist?

Bebero: Mein Name ist Bebero Lehmann, ich bin eine afro-deutsche Frau, Mutter, Historikerin, Journalistin und Aktivistin.

Wer waren Deine Vorbilder, wer hat Dich inspiriert?

Klar gab und gibt es immer bekannte Persönlichkeiten, die mich inspirieren. Aber als wirkliche Vorbilder würde ich eigentlich eher Menschen bezeichnen, die ein Stück meines Lebenswegs mit mir gemeinsam gegangen sind. Zu allererst sind das meine Mutter, meine Oma und meine Uroma. Diese drei Frauen waren natürlich nicht perfekt, aber ihre Stärke hat mich sehr geprägt und sie haben mir von klein auf vermittelt mich selbst zu lieben und an meine innere Stärke und meine schöpferische Kraft zu glauben.
Während des Studiums war die Begegnung mit einigen jüngeren Professorinnen für mich sehr wichtig und inspirierend, um meinen Platz im Bereich der Geschichtswissenschaften zu finden. Das ist ja immer noch ein Bereich der stark von Weißen Männern geprägt wird. Auch wenn sich da seit „Farbe bekennen“ schon einiges getan hat.

In Paris hatte ich außerdem mit Elikia M’Bokolo zum ersten Mal einen Schwarzen Professor, der zu mehrheitlich Schwarzen Studentinnen und Studenten über Schwarze Geschichte als Teil der europäischen Geschichte gesprochen hat. Da fügte sich für mich plötzlich ganz viel zusammen. Ich begann mich mit afro-deutscher Geschichte zu beschäftigen und verstand nach und nach auch mehr von meiner eigenen Geschichte und Gegenwart.

Gibt es einer Schwarzen Frau von heute die Dich inspiriert?

Es gibt heute viele inspirierende Schwarze Frauen, denen ich auch schon begegnen durfte und zu denen ich natürlich auch Esther, Kaleo und Nancy zählen würde. Kürzlich hat mich außerdem Marion Kraft, die ich für den Freitag interviewen durfte (erscheint zum BHM diesen Monat) sehr inspiriert. Sie gehört eben zu jenen afro-deutschen Frauen, die in den 1980er Jahren wichtige Pionierarbeit geleistet haben und sie versteht es sehr gut die Botschaften von Audre Lorde, mit der sie auch gut befreundet war, ins heute zu transferieren.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Da gab es ehrlich gesagt keinen Schlüsselmoment. Es war eher ein Prozess. Irgendwann reichte es mir nicht mehr geschichtliche Zusammenhänge zu studieren und deren Zusammenhänge mit Rassismus oder der Flüchtlingspolitik heute zu erkennen. Irgendwann musste ich mich einmischen. Aus diesem Drang heraus sind auch meine kolonialkritischen Rundgänge und der Black History Month entstanden. Damit möchte ich am Geschichtsbewusstsein hierzulande rütteln, das immer noch sehr Weiß und eindimensional ist.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Seit Jahren lese ich jedes Jahr im Winter welche tollen Veranstaltungen es im Rahmen des Black History Month in Hamburg, Frankfurt und Berlin gibt. Kaleo und ich haben deshalb schon oft gesagt: das fehlt uns hier in Köln, nächstes Jahr müssen wir da auch mal was machen. – Und dann ging wieder ein Jahr vorbei. Letztes Jahr im Oktober sind wir dann endlich aktiv geworden. Dass Kaleos Soultrip-Poetry-Event und meine kolonialkritischer Rundgang Teil des BHM sein würden, war sofort klar. Dann habe ich Nancy und Esther, die ich kurz vorher beim Afrika Filmfestival kennengelernt habe, gefragt, ob sie einen Film zeigen wollen – und die beiden hatten große Lust den BHM mitzugestalten. Bei unserem ersten Planungstreffen stellte sich außerdem heraus, dass Esther auch Yoga unterrichtet, was eine total schöne Ergänzung zu unserem Programm ist. Denn bei allem Aktivismus kommt die Self Care oft zu kurz kommt. Ja und so hat sich das BHM-Programm zusammengefügt. Dass wir dann auch alles so umsetzen können, wie wir es geplant haben, verdanken wir der tatkräftigen Unterstützung und Förderung durch die ISD und EOTO und durch den großen Support vom Afrika-Filmfestival-Team. Das muss an dieser Stelle natürlich auch mal gesagt werden.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Genau wie Esther, bin auch ich mit den Klängen von Bob Malrey aufgewachsen. Seine Musik hat mich schon als Kind sehr berührt und seine Kernaussagen finde ich nach wie vor wichtig. Später hat mich die ganze Hip-Hip-Bewegung sehr geprägt. Da gab es plötzlich ein Schönheitsideal, mit dem ich mich identifizieren konnte. Außerdem hat mich schon immer die politische Dimension sehr interessiert, auch wenn ich mit 14 vieles noch nicht so ganz verstanden habe. Über 2Pac kam die Auseinandersetzung mit den Black Panter. Aus dem deutschsprachigen Bereich war für mich das, was Brothers Keepers gemacht habt, wichtig, der Song „Adriano“ zum Beispiel. Heute finde ich spannend, wie Megaloh, Musa und Ghanaian Stallion als BSMG die Deutsche Kolonialvergangenheit und deren Fortwirken bis heute, thematisieren.

Wichtige Bücher waren und sind für mich „Provincializing Europe“ von Dipesch Chakrabarty, „Black Germany“ von Robbie Aitken, „Pan-Africanism and Communism“ von Hakim Adi, „The Black Atlantic“ von Paul Gilroy, alles, was ich bisher von Chimamanda Adichie, Zadie Smith und Chinua Achebe gelesen habe, Theodor Michaels Autobiographie „Deutsch sein und schwarz dazu“, „Farbe bekennen“ – natürlich, „Deutschland Schwarz weiß“ von Noah Sow und aktuell: „Empowering Encounters with Audre Lorde“ von Marion Kraft. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Bücher fallen mir ein. Aber ich mache jetzt mal einen Punkt.

Filme gibt es auch viele sehenswerte. Im Hinblick auf unseren Aktivismus finde ich den Film über Audre Lordes Berliner Jahre sehr inspirierend, weil er viele Dinge anspricht, aber gleichzeitig eine ziemlich empowernde Wirkung hat. Außerdem kann ich zum Thema Kunst von afro-deutschen Frauen und Empowerment den Film „Millies Erwachen“, der im Rahmen des BHM am 16.02. hier in Köln zu sehen ist, nur wärmstens empfehlen.

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BHM – kann ein Monat reichen? Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden.

Ich denke auch in Deutschland ist es nach wie vor das Ziel, dass die afro-deutsche Geschichte ein selbstverständlicher Teil des vorherrschenden historischen Narrativs ist. Doch bis es soweit ist, ist es wichtig Räume zu schaffen, in denen ein entsprechendes Geschichtsbewusstsein entstehen und wachsen kann und in denen vor allem auch afro-deutsche Menschen all das über ihre Geschichte lernen können, was noch nicht in den Schulen vermittelt wird. Der Black History Month ist eine schöne Gelegenheit dazu. Aber ich bin dafür auch in den anderen 11 Monaten des Jahres so viele Gelegenheiten und Räume wie möglich dafür zu schaffen.

Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

Ich finde gerade in Deutschland ist der Black History Month eine schöne Gelegenheit, nicht nur um die Geschichte und Gegenwart Schwarzer Menschen in Deutschland zu würdigen, sondern auch um uns auszutauschen, zu vernetzen, und auch einfach Spaß zu haben – zum Beispiel bei einer der tollen Veranstaltungen, die die künstlerischen Leistungen Schwarzer Deutscher sichtbar machen. Denn ich denke, gerade in Deutschland ist es immer noch für viele ein wichtiges Thema aus der Vereinzelung raus zu kommen.

33 Jahre nachdem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Diese Pionierinnen der afro-deutschen Frauenbewegung, die „Farbe bekennen“ geschrieben haben, haben in Deutschland vieles angestoßen. Es gibt heute eine bundesweit vernetzte afro-deutsche Community, auch wenn Vereinzelung immer noch ein Problem ist. Aber es gibt eben Vereine und Ort, wie die ISD und EOTO zum Beispiel, die Gemeinschaft schaffen und außerdem auch wichtige politische Arbeit machen, etwa in Zusammenhang mit der Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung.

Außerdem wird heute ganz anders über Alltagsrassismus und auch über institutionellen Rassismus gesprochen, als noch in den 1980er Jahren. Es gibt mehr Anlaufstellen in denen Opfer von rassistischer Gewalt Unterstützung finden können. Gleichzeitig ist es aber frustrierend, dass immer noch so viele rassistisch motivierte Gewalttaten unaufgeklärt bleiben und sich strukturell so wenig ändert.

Aber auch im wissenschaftlichen Bereich hat sich schon einiges getan. Afro-deutsche Geschichte und die deutsche Kolonialvergangenheit sind an vielen deutschen Universitäten mittlerweile ein Thema, auch wenn man nach wie vor Geschichte studieren kann – auch auf Lehramt – ohne sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen.

Insgesamt würde ich sagen, es hat sich vieles verändert, aber es ist auch noch viel zu tun. Ganz dringend brauchen wir meiner Meinung nach zum Beispiel mehr Solidarität mit den geflüchteten Menschen vom afrikanischen Kontinent. Wie kann es sein, dass heute wieder Schwarze Menschen Opfer von Sklaverei werden? Warum schauen wir bei diesem Massenmord im Mittelmeer im Prinzip alle zu? Was sind das für unmenschliche Lager in denen geflüchtete Menschen in Europa leben müssen? Wenn wir darüber nachdenken, fühlen wir uns schnell ohnmächtig. Aber das sind wir nicht! Wir müssen uns nur besser organisieren.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Der diesjährige BHM Köln bietet euch ein ziemlich spannendes und abwechslungsreiches Programm, mit Poesie, Filmkunst, Self Care und natürlich afro-deutscher Geschichte.

Zum Auftakt erwartet euch am 9.02. ein kolonialkritischer Stadtrundgang im sogenannten „Afrika-Viertel“ in Köln Nippes. Der Rundgang ist diesmal exklusiv für Black People of Colour und People of African Descent, denn mir ist bei vergangenen Rundgängen aufgefallen, dass es da ein gewisses Bedürfnis nach einem sicheren Rahmen gibt, in dem Menschen, die anders von den kolonialen Kontinuitäten betroffen sind, ihre Fragen in Ruhe stellen und diskutieren können. Außerdem wird da auch empowerndes Wissen vermittelt, indem ich die Geschichten Schwarzer Menschen in Deutschland, die auch Widerstand gegen den Deutschen Kolonialismus und den damaligen Rassismus geleistet haben, erzähle. Weil ich das schon oft gefragt wurde, es wird ab April aber auch wieder Rundgänge geben, die für alle offen sind und Gruppen können mich auch buchen

Weiter geht’s mit dem Film „Millies erwachen“ am 16.02. im Filmforum im Museum Ludwig. Dort könnt ihr diesen tollen Film nicht nur sehen, sondern anschließend auch noch mit der Filmemacherin Natascha Kelly darüber sprechen. Am 23.02. haben wir dann gleich zwei schöne BHM-Events.

Mittags gibt’s eine Yoga-Session mit Esther im Fleur de Coeur in Ehrenfeld. Das finde ich toll, denn nur wenn wir uns gut um uns selbst kümmern und es uns gut geht, können wir auch politisch aktiv sein, ohne langfristig auszubrennen. Audre Lorde hat das gut auf den Punkt gebracht: „Caring for myself is not self-indulgence, it is self-preservation, and that is an act of political warefare.“

Abends zelebrieren wir bei der BHM-Special-Edition von Soultrip-Poetry afro-deutsche Poesie. Bei Kaleos Poetry Events, die auch über Köln hinaus mittlerweile eine gewisse Bekanntheit haben, herrscht immer eine sehr schöne, inspirierende und wertschätzende Atmosphäre. Dieses mal gibt es mit einer Lecture Performance von Kaleo über ihren Großvater, einen sambischen Widerstandskämpfer, außerdem ein neues Format, auf das ich sehr gespannt bin.

Ich hoffe ihr freut euch auf unser kleines, feines Programm genau so wie ich und ich lerne dadurch noch ganz viele von euch persönlich kennen!

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BHM 2019: Nancy Mac Granaky-Quaye

Dieses Jahr findet zum ersten mal in Köln, ein „offizieller“ Black History Monat statt. Vier Frauen, Kaleo Sansaa, Esther Donkor, Bebero Lehmann und Nancy Mac Granaky-Quaye rufen den diesjährigen BHM Köln ins Leben. Wir interviewen alle Mitbegründerinnen und wollen mehr über sie erfahren. Heute stellen wir euch Nancy vor!

Nancy, stell Dich einfach mal so vor, wie Du Dich selbst vorstellen würdest, wenn Du Dich selber interviewen würdest. Wer bist Du?

Nancy: Mein Name ist Nancy. Ich lebe auf dem Land bei Köln und arbeite als Filmemacherin, Autorin, Bildmischerin und in der Programmplanung für das Afrika Film Festival Köln.

Wer waren Deine Vorbilder, wer Dich inspiriert?

Ich war zwar noch sehr klein, aber im Nachhinein würde ich sagen, dass der Musiker Prince eine Art Vorbild für mich war. Ich hatte ihn mir als Kind ganz allein ausgesucht und war in meinem Freundeskreis die Einzige mit meiner Bewunderung. Das hat mich aber nie gestört, weil ich immer wusste: Egal was andere denken, Prince ist super! Auch als ich seine Musik gar nicht mehr gehört habe, blieb Prince für mich immer einer der ganz großen, kreativen Freigeister.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich würde mich eher als Netzwerkerin bezeichnen.

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten Mal in Berührung gekommen?

2009 wurde ich selbst auf den Berliner BHM eingeladen, um einen meiner Filme zu präsentieren. Vorher wusste ich gar nicht, dass es den BHM gibt. Seitdem wurde ich bzw. meine Filme immer mal wieder zu diversen BHMs in Deutschland und den USA eingeladen.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Als Jugendliche hat mich Michelangelo Antonionis Film „BLOW UP“ beeindruckt. Die Szene im Park, die komplett ohne Sound auskommt, empfand ich damals als unglaublich spannend und ist wahrscheinlich an meiner unheilbaren Filmmanie schuld. In Puncto Virtuosität auf allen Ebenen, hat mich seinerzeit die Mutter aller Serien „THE WIRE“ mit Michael K. Williams und dem jungen Idris Elba umgehauen. Als „Schwarzes Pendant“ zur Serie GIRLS war Michaela Coels Serie „CHEWING GUM“ für mich eine Art Erweckungserlebnis. Ein aktueller Film, der mich zutiefst berührt und unterhalten hat, ist Spike Lee’s „BLACKKKLANSMAN“. Das ist nur ein winzig kleiner, spontaner Auszug. Was Musik und Literatur angeht fange ich gar nicht erst an.

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BHM – kann ein Monat reichen?

Ein Monat finde ich gut, aber wahrscheinlich sollten wir das ganze Jahr über feiern. Wir haben etwas Nachholbedarf, weil Schwarze Geschichte(n) so lange kein wirkliches Thema war(en). Vielleicht gleicht sich ja alles irgendwann aus. Das wäre ideal.

Als Dr. Carter G. Woodson, die „Negro History Week“ einführt, hoffte er, dass sie eines Tages obsolet wird, und zwar, wenn Schwarze Geschichte als Bestandteil der amerikanischen Geschichte von allen akzeptiert wird. Stattdessen soll es später zu einem monatlichem Fest ausgebaut werden. Warum glaubst Du, dass der BHM in dieser, regulären und wiederkehrenden Form zelebriert werden soll und was bedeutet der Black History Month für Dich?

Das schöne am BHM ist, dass wir selbst die Urheber sind und die Gelegenheit haben, uns so zu zeigen, wie wir selbst gesehen werden wollen. Ohne Schubladen und Klischees, die einem von außen zum Teil aufgedrückt werden. Das ist echte Freiheit und Selbstbestimmt. Der BHM erinnert uns auch daran, was Schwarze leisten. Daran kann ja eigentlich nichts schlechtes sein. Außerdem soll man Feste feiern wie sie fallen, oder?

33 Jahre nach dem „Farbe bekennen – Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“, das erste Buch in Deutschland, das sich mit Feminismus, Rassismus, Identität und afrodeutscher Geschichte beschäftigte, heraus und der nicht mehr ganz so leisen Debatte über Rassismus, Diskriminierung – hat sich Deutschland Deiner Meinung nach in den letzten Jahren hinsichtlich der „Bekämpfung“ Rassismus und Diskriminierung verändert?

Auch durch soziale Medien hat sich einiges im Bewusstsein zum Negativen und Positiven verändert. Durch Populisten angefacht, werden die Meinungen immer eindimensionaler und radikaler, was ich gefährlich finde, weil wir als Gesellschaft auseinanderbrechen können. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr bekannte Personen öffentlich gegen Rassismus usw. äußern. Schön wären auch mehr öffentliche Kampagnen und weniger Schubladendenken. Auch wünsche ich mir mehr gesamtgesellschaftliche Teilhabe für POC. Nicht als Quoten-POC, sondern weil man unsere Meinung und unser Wissen wertschätzt und anerkennt.

Erzähl uns, wie es dazu kam, das diesjährige BHM in Köln überhaupt ins Leben zu rufen?

Bebero Lehmann und Kaleo Sansaa hatten die Idee und haben uns (Esther und mich mit dem Afrika Film Festival) ins Boot geholt.

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Die Frauen und Männer der Little Rock Nine.

Was ist mit einer (Schwarzen) Frau von heute?

Meine Schwester Linda, Janelle Monae, Gabourey Sidibe, Mo Assumang, Oprah Winfrey, Marion Kraft, Michaela Coel, Esther, Bebero und Kaleo und viele mehr.

Was können wir beim diesjährigen BHM Köln erwarten?

Unterhaltung, Empowerment, Gleichgesinnte.

Vernetzt euch mit Nancy!

Webseiten: http://www.quaye.de
Facebook: nancymgq
Istagram: nancymgq

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BHM 2019: Kaleo Sanaa

Es ist Black History Monat! Dieses Jahr haben sich vier Frauen vorgenommen den „BHM2019“ in Köln auf eine andere Art und Weise zu zelebrieren. Vier Frauen stecken hintert dem diesjähigrem BHM Köln, darunter auch die Künstlerin Kaleo Sansaa.

Zu Deiner Person Kaleo, wer bist Du?
Kaleo: Ich bin unter anderem Künstlerin und mache Musik. Bin politisch interessiert und aktiv wo ich kann. Seit etwas mehr als ein Jahr organisiere ich eine PoC-Poetry Bühne, die „Soul Trip Poetry“ in Köln.

Wer waren Deine Vorbilder, wer hat Dich inspiriert?

Meine Großeltern haben mich auf Grund ihrer Stärke inspiriert. Besonders mein Großvater hatte einen großen politischen Einfluss auf mich, weil er selbst Freiheitskämpfer war während der Unabhängigkeitskämpfe in Sambia.

Wer oder was hat Dich zum Aktivismus gebracht?

Ich würde mich selbst nicht als Vollzeitaktivistin beschreiben. Ich bin mir aber oft darüber bewusst, dass ich automatisch politisch handle, indem ich z.B. eine Bühne für marginalisierte Menschen biete und in dem ich mich kritisch mit neokolonialen Strukturen auseinandersetze. Ich sehe Aktivismus besonders bei Schwarzen Menschen als gegeben, weil unsere (glückliche und erfolgreiche) Exsistenz in rassistischen Strukturen ein täglicher Akt von Widerstand bedeutet. Ich würde mich jedoch nicht als „Vollzeitaktivist“ bezeichnen, wie Emilene Wopana .

Wann und wie bist Du mit dem BHM zum ersten mal in Berührung gekommen?

Das ist schwer zu sagen. Ich wusste immer von der BHM, aus Amerika. Vor ungefähr zwei Jahren wurde ich im Rahmnen der BHM als Podiumsgast an der Universität zu Köln eingeladen, um dort Emilene Wopana Mudimu zu vertreten. Im Anschluß auf diese Podiumsdiskussion kam Bebebro nach einigen Tagen auf mich zu und erzählte mir von der Idee einen Black History Monat in Köln zu organisieren.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und inspiriert und warum?

Bücher wie „Weiße Barbarei“  und „Die verdammten dieser Erde“ haben mich politisch sehr viel Wissen und Handlungsraum vermittelt. Musikalisch gesehen wurde in von vielen Künstlern aus den USA beeinflusst: Destiny’s Child, 50 Cent. Aber ich höre auch gerne Musik von Amy Winehouse. Durch meine Großeltern und meine Mutter habe ich sehr viel Jazz und Reggae gehört. KünsterInnen wie Lucky Dube und Alick Nkata find ich auch super.

BHM – kann ein Monat reichen?

Leider nein. Besonder nicht Deutschland. Allein die deutsche Kolonialgeschichte wird wie ein gut behütetes und tabuisiertes Geheimnis behandelt. Ein offener und gerechter Diskurs über die Unterschiedlichen Rassismen im deutschen Alltag und innerhalb deutscher Strukturen, findet leider noch nicht statt. Es ist kaum Wissen, Einsicht und Interesse vorhanden was die Schwarze Geschichte oder den europäischen Kolonialismus betrifft. Daher sollte viel öfter und viel selbstverständlicher darüber gesprochen werden, so sehr, dass der Black History Monat irgendwann überflüssig wird!

Gibt es eine bestimmte Schwarze Frau aus der Geschichte, die Dich inspiriert?

Meine Oma, Groß Oma. Nina Simone, Angela Davis, Waris Dirie, Viola Davis, Bell Hook und viele mehr. Es gibt so viele.

Ihr möchtet mehr über Kaleo erfahren? Hier entlang!

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BlackRockTalk: Esra

Einige Artikel über die Talk-Show „BlackRockTalk“ und Moderatorin Esra gibt es zwar bereits im Netz, wir möchten aber mehr über die Frau hinter dem neuen Youtube-Format erfahren. Esra im Interview mit sich selbst!

Esra, zu Deiner Person: Stell Dich einfach mal so vor, wie Du Dich selbst vorstellen würdest, wenn Du Dich selber interviewen würdest.

Esra: Ok, cool, ich tue so, als würde ich mit mir selber ein Interview führen: Wer bist Du? Lak wie, wer bist du?! Wer bist DU?

Was sind Deine Ziele und wo willst Du hin?

Mein Ziel ist es für immer an der Quelle der Liebe zu sitzen, mit diesem Wasser wie ein Kind zu planschen und immer Ausschau halten nach den Menschen, die auch gerne in Liebe planschen.

Welche Bücher oder Filme haben Dich persönlich beeinflusst und warum?

Die Bücher von Toni Morrison! Ihr Schreibstil, ihre Fantasie, den Schmerz, die Leichtigkeit, die Gleichgültigkeit, ein Traum. Traum! Ich habe erst in meinen 20ern von ihren Werken erfahren und obwohl ich kaum ein Interview oder eine Biografie über sie gelesen habe, ist es ein wenig so, als würde sie über ihre Geschichten zu mir schmunzeln und zu zwinkern und sagen “Habub, du weißt schon wo lang.”

Was liest Du aktuell?

Gerade lese ich mehr Sachbücher als Romane: Amina Wadud schließe ich gerade ins Herz und ein Buch zu wie man lustig sein kann. Don´t judge.


Die Ära „Sisters Keepers“ läutete Anfang 2001 eine Art neues Zeitalter für WoC´s in Deutschland ein. Dabei ging es den Frauen um Sichtbarkeit, Repräsentation und um die Benennung und das Bekämpfen von Rassismus und Diskriminierung. Sisters Keepers, gründeten sich anlässlich der Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano. Deutschland 17 Jahre später – Oury Jalloh, #Metoo, #CampusRassismus, Black Lives Matter, Trump, AFD, die Flüchtlingsdebatte, Kopftuchdebatten, Islamphobie und salonfähiger Rassismus. Tupoka Ogette, Rassismus-Expertin, Aktivistin und Autorin, beschreibt insbesondere die stagnierten Rassismus-Debatten in Deutschland als ermüdend und frustrierend.

Hast du als Frau, Aktivistin, Moderatorin, Muslima – manchmal das Gefühl, dass sich in Deutschland kaum etwas verändert hat oder ist das ein falscher Eindruck, die falsche Perspektive?

Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob Deutschland jetzt irgendwo stecken geblieben ist, oder wir einfach mies lahm sind. Das ist aber nichts worüber ich nachdenke. Ich habe nichts davon, wenn ich die letzten 30 Jahre analysiere, glaube ich. Frag mich in 10 Jahren nochmal. Außerdem ist Entwicklung nie linear, oder? Ich sag dir ganz ehrlich, ich kann dir nur sagen wie es mir geht und wie Deutschland zu mir ist, und da hat sich nicht viel geändert. Ich weiß aber, dass sich in meinem Leben stetig immer was verändert, und ich einfach das lebe, was ich mir von meiner Welt wünsche.

Glaubst du das eine Talkshow wie „BlackRockTalk“ gerade wegen mangelnder Repräsentation und Sichtbarkeit von P/WoC´s und Rassismus in Deutschland von großer Bedeutung sind?

Auch! Ich habe eine Theorie, dass ich viele Menschen vor die Kamera ziehen kann, die krass kompetent, liebevoll, krass, innovativ, kreativ, oder unternehmerisch, etc. sind und damit das vielleicht bei einigen Zuschauenden die innere Energie aktiviert. BlackRockTalk will so viel mehr: Diversität normalisieren, entspannt diskutieren, Differenzen aushalten und vor allem den Finger in die Wunde legen können.

Wie ist das Feedback, das du hinsichtlich deiner Talkshow „BlackRockTalk“ bekommst?

Voll gut! Ich merke, dass ein Bedürfnis für eine Talkshow wie diese da ist. Noch cooler ist, dass wir eine Community mit aufbauen, wo wir uns gerne auch Verbessungsvorschläge schicken. Es melden sich Leute, die dann ehrlich uns mitteilen, was sie gut aber auch verbesserungswürdig finden.

Nach so vielen Jahren aktivistischer Arbeit, welches sind die positiven und negativen gesellschaftlichen Veränderungen die du persönlich verspürst?

Ich finde Social Media geil auch wenn ich das Bespielen der einzelnen Kanäle hart langweilig finde. Ich liebe, dass das ein neues Level von grenzenübergreifender Solidarität und Mobilisierung ermöglicht.

In einer unserer Beiträge mit dem Titel „Schwarz & Muslim?“ sprechen wir über „Privilegien“ und über eigene Klischees und Vorurteile innerhalb Schwarzer/PoC Communities gegenüber Schwarzen Muslimen. Dabei geht es vor allem um Selbstreflexion und um die Beziehung zwischen, „Schwarz und  Muslim“. Dies stellt ein gewisses Hindernis dar, da sich Menschen entweder nicht zugehörig und ausgegrenzt fühlen und somit die Gruppenbildung innerhalb Communities verstärkt wird. Was sind Deine Gedanken zu dem Artikel ?

Ich teile die Erfahrung mit dem Artikel total! Ich bin auch mit der Ignoranz aufgewachsen, dass sich Muslim-Sein und Schwarzsein ausschließen – mit paar Ausnahmen. Aber genau diese Unsichtbarkeit und Unterrepräsentation von unserer Vielfalt in Mainstreammedien ist einer der Gründe warum BlackRockTalk heute in seiner Form existiert.

Das Thema „Support“ von PoC, lässt sich ausweiten. Legen wir mal den Fokus bewusst auf den gegenseitigen Support von Women of Colour. Frage: Würdest Du sagen, dass die gegenseitige Unterstützung von Women of Colour in Deutschland bereits ausgereizt ist oder geht da noch mehr?

Ausgereizt finde ich kein passendes Wort. Das hört sich zu erschöpfend an. Ich erfahre viel Support von krassen Frauen* und versuche das zu spiegeln. Ich bin dankbar für den Support von Frauen* der Globalen Mehrheit a.k.a. WoC, frage mich gleichzeitig, was ich noch machen kann, um meinen Support für eben diese Frauen* auszuweiten.

Mir ist aber auch bewusst, dass sich Zeiten ändern und wir immer wieder evaluieren werden müssen, ob unsere gestrigen Strategien heute noch genauso gut wirken.

Was wünscht Du Dir von anderen Women of Colour für Women of Colour?

Genau das, was viele von Ihnen bereits regelmäßig geben: Mir Glauben schenken. Mir vertrauen. Mich in meinen Facetten wahrnehmen und das mitzukultivieren.

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BHM 2019: Stephania Mbianda Papdo

Stephania, Du wirst als die „Amazone zwischen zwei Welten“ bezeichnet, Du bist Frauenärztin und Geschäftsfrau – das findet man über Dich im Netz. Wir möchten gerne mehr über Dich erfahren.

Wenn Du Dich selber interviewen würdest, wie würdest Du Dich vorstellen? Wer bist Du?

Stephania: Ich bin Stephania Mbianda Papdo, in Kamerun geboren, lebe zwischen Frankreich und Deutschland und bezeichne mich als leidenschaftliche Botschafterin für die afrikanische Kultur.  2003 kam ich nach Deutschland, um zu studieren. Ich bin seit 10 Jahren verheiratet und Mutter von 3 Kindern. Ich bin außerdem Frauenärztin und Geschäftsfrau.

2010 gründete ich „Afro ô Natural“, um junge afrikanische Menschen zuempowern, damit sie zu sich selbst stehen und lernen ihre Haare zu lieben. Durch diese „Schönheitsinititative“, möchte ich ihnen aber auch zeigen, wie man das eigene Afrohaar pflegt. Dafür habe ich sogar natürliche Öle aus Afrika, wie Shealoe, Elixir und Cocoryne importiert. Ich habe bereits in meiner Kindheit gerne Partys geplant. Man kann sagen, dass das der „Beginn“ meiner Karriere als Eventmanagerin war. Ich entwerfe und nähe auch gerne Klamotten. Ich kann keine Haare sehen ohne sie anzufassen oder sie zu frisieren wollen. Ich schminke, koche für mein Leben gerne, und schreibe ständig. Ich bin Stephania! Anders kann ich mich nicht beschreiben.

Was sind Deine Ziele und wo willst Du hin?

Mein Ziel ist es junge Menschen dazu zu ermutigen zu träumen. Wir haben so viele Talente, so viele Leidenschaften die wir einfach nie ausleben, weil wir uns nicht trauen. Mein jetziges Leben ist für mich der tägliche Beweis dafür, das nichts ist unmöglich ist. Ein Teil meiner Familie lebt in Paris, ich arbeite in Saarbrücken, plane Veranstaltungen in Köln, und leite Projekte in Kamerun. Sobald man sich ein Ziel setzt, und daran arbeitet, dann ist alles möglich.

Wer waren Deine Vorbilder, wer oder was hat Dich inspiriert?

Meine ersten Vorbilder werden immer meine Eltern sein. Ich wurde sehr gläubig erzogen. Von meiner Mutter habe ich diese unendliche Kraft „geerbt“. Mein Vater hat mir die Neugierde gegeben, alles zu erforschen, probiere. Er war Physik- und Chemielehrer. Auf seiner Nähmaschine habe ich mit ihm das Nähen gelernt.

Heute bewundere ich Magatte Wade, für Ihre Kraft und Zielstrebigkeit, Condolezza Rice für Ihre Intelligenz, Beyoncé für ihren Perfektionismus, Oprah Winfrey für ihr Leben und Winnie Mandela für ihre Weisheit und Größe.

Welche Bücher, Filme, Musik oder Künstler haben Dich persönlich beeinflusst und warum?

Ich lese ziemlich alles was ich finde. Ich lese viele Bücher mit dem Thema Psyche, Finanzen und Empowerment. Meine Lieblingsautorin ist Chimamanda Ngozi Adichie. Das Buch das mich stark verändert hat heißt „Rich Dad Poor Dad“. Es war wie eine Tür die sich mir eröffnete. Mir war plötzlich so klar, wie ich meine Kinder erziehen möchte und wohin ich im Leben will. Es geht nicht darum Geld zu haben, sondern darum sein volles Potential zu verwirklichen. Und als Schwarze Frau, war es immer ein Kampf sich zu behaupten, ohne direkt in eine Schublade gepackt zu werden. So begann meine persönliche Reise.

Was ist derzeit Dein Lieblingssong?

Ich liebe Musik aus Afrika! Vor allem Musik aus Kamerun. Ich finde Künstler wie Locko unheimlich talentiert und gut!  Simi, Yemi Alade oder Lokua Kanza mag ich auch sehr gerne. Meine aktuelle Lieblingslieder sind „Heaven“ from Banky W. und „ I was here“ Beyoncé.

Wieso hast Du Dich für den Beruf „Gynäkologie“ bzw. den Bereich „Frauenheilkunde“ entschieden?

Ich liebe Kinder. Ich würde selbst gern Tausende von ihnen bekommen, wenn das möglich wäre. Ich bin Ärztin geworden, um Kinder dabei zu Helfen auf diese Welt zu kommen. Ich stehe zwar lieber am Op-Tisch als im Kreißsaal, aber es immer ein Wunder die Geburt eines Babys zu begleiten. Ich habe mich auch für diesen Beruf entschieden, weil ich eine überzeugte Feministin bin. Ich wollte mich um Frauen kümmern, denn wir sind starke Wesen.

Gab es vielleicht sogar Situationen, in denen Patienten die Behandlung auf Grund Deiner Hautfarbe verweigerten?

Ich habe einmal, im tiefen Bayern, eine Patientin gehabt, die sich geweigert hatte, von mir behandelt zu werden. Mein damaliger Chef, der Oberarzt, hatte sie daraufhin gebeten zu gehen und ihr gesagt, es gäbe sonst keine anderen Ärzte, die zur Verfügung stünden. Das hat mich sehr bestärkt. Ich bin Frauenärztin! Wer damit ein Problem hat, ist selber schuld.

Man kann behaupten, dass es in Deutschland leider nicht viele Schwarze Frauenärztin gibt. Dabei wäre das sehr wünschenswert. Wie ist es für Dich als Ärztin in einer weißen Mehrheitsgesellschaft – bist Du häufig von Rassismus oder Sexismus betroffen? In wiefern beeinflusst dies Deine Arbeit? Wie gehst Du damit um?

Es gibt Rassismus und Sexismus auf verschiedenen Ebenen in Deutschland, dass kann man leider nicht leugnen. Ich habe damals in Halle studiert, und es war im Osten generell schwieriger als im Westen. Heute lebe ich im Saarland und erlebe es nicht mehr so bewusst. Rassismus ist oft sehr subtil und meistens sind es verängstigte Patienten oder Menschen aus „sozialschwachen“ Familien. In der Regel ändert sich das, sobald man in Kontakt getreten ist, und den Patienten fachlich und kompetent behandelt. Ich sage immer, dass man sich einfach auf die Patienten und sein Anliegen konzentriert und Emotionen ausschaltet. Im Grunde genommen, sind Rassisten krank. Die haben ein Problem, aber ich werde niemals zulassen, dass ihr Problem auch zu meinem Problem wird!

Die MeToo Debatte“, die Du mit Sicherheit auch verfolgt hast, begann 2017 mit dem Skandal rund um Harvey Weinstein und löste weltweite Wut und Empörung aus. Was bedeutet diese Debatte für Dich?

Für mich ist diese Debatte sehr wichtig! Die Gesellschaft muss aufhören die Frau als „zweitrangig“ zu betrachten. Männer müssen verstehen was „Nein!“ bedeutet. Ich glaube es beginnt bereits mit der Kindererziehung. Mädchen werden in Gesellschaften teilweise „für Jungs“ erzogen. Diese Märchen vom „Prinzen auf dem weißen Pferd“, die eine Prinzessin „rettet“ oder „wach“ küsst etc. Dabei  normalisieren wir den Fakt, dass eine Frau erst durch einen Mann „gerettet“ werden kann. Es regt mich auf zu sehen, wie sexuelle Angriffe heruntergespielt werden. Wir, als Gesellschaft, müssen mehr dafür tun, dass Täter härter bestraft werden.

Eventmanagerin, Afro Beauty Festival & Miss Nappy, Visionärin. Vor wenigen Jahren hast du das „Afro Beauty Festival „ins Leben gerufen. Du bietest Schwarzen Menschen eine Plattform ihre Herkunft und Kultur zu feiern. Du selbst bist Mutter – dass bedeutet, dass sich sicherlich nicht nur Du, sondern auch Deine Kinder irgendwann mit den Themen Identität und Schönheitsnormen beschäftigen werden. Anders als vielleicht Deine Generation, wird die heutige Generation auf Grund von Instagram, Facebook & YouTube die Möglichkeit haben, sich selbst stärker repräsentiert zu sehen. Trotzdem sind Afro Beauty Festivals und Miss Nappy Wahlen wichtig. Erkläre uns warum!

Es hat sich bestimmt vieles getan durch Youtube und Instagram. Aber was schön ist, wird immer noch stark von westliche Normen bestimmt. Darum war es mir wichtig, das Festival „Afro Beauty“ zu nennen. Schönheit ist so vielfältig, wobei es natürlich auch in den Augen des Betrachters liegt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns selbst als schön betrachten. Das hat viel mit Selbstliebe zu tun. Neue Normen werden vor allem durch Repräsentation geschafft. Darum sind Festivals wie „Afro Beauty“ oder die „Miss Nappy Wahl“ so wichtig: Sie verbreiten unsere eigenen Schönheitsideale.

Man erkennt verbindende Elemente in allen Bereichen in denen Du tätig und aktiv bist. Selbstbestimmung, Selbstakzeptanz, Selbstliebe, Empowerment, Frau sein – alles sehr elementare Begriffe. Was bedeutet Feminismus für Dich? Bezeichnest Du Dich als Feministin?

Ich bezeichne mich als Feministin ja, aber nicht eine die „gleichwertig“ sein möchte mit Männern. Nein, denn wir Frauen sind grundsätzlich anders. Ich vertrete die Meinung, dass die Frauen die Perfektion ist. Sie ist die Schöpferin des Lebens. Ich bin stolz eine Frau zu sein, und erwarte von Männern nichts, außer Liebe, so eine Feministin bin ich.

Was würdest Du deinem jüngerem Ich oder den jüngeren Leserinnen, hinsichtlich dem Thema „(Business) Frau-sein“ in der heutigen Gesellschaft, Identität, Selbstliebe und Rassismus mit auf dem Weg geben, wenn Du die Möglichkeit hättest?

Egal in welchem Bereich man als Businessfrau sein will oder ist, die Reise beginnt mit einem selbst. Damit sich zu kennen, seine Stärken und seine Schwäche und unser multikulturelles Erbe ist unser größter Schatz! Der Schlüssel für mich ist zu sich als ganzes zu stehen. Sich zu lieben, und sich selbst zu feiern. Wenn man auf sich zentriert ist, wird man immun gegen rassistischen Angriffe, und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren und seinen Weg weitergehen. Das ist eine sehr schöne Reise zu sich selbst und  das wünsche ich allen.

Und zum Schluss, wann findet das nächste „Afro Beauty Festival“ statt?

Das  nächste „Afro Beauty Festival und Miss & Mister Nappy findet am 20.07.19 im Senats Hotel Köln statt. Mich kann man auch am „Phenomenal Women Stage“ diesen Juni in Frankfurt treffen. Bald werde ich einen Kalender auf der „Afro Beauty Festival“ Seite veröffentlichen, mit Events auf denen ihr mich treffen könnt!

Ihr könnte Mbianda und ihre wundervollen Projekte und das „Afro Beauty Festival“ hier finden:

Web http://www.afrobeautyfestival.afrronatural.com
www. Missnappygermany.afroonatural.com
Facecebook: Mbianda Papdo, Afro ô Natural, Miss Nappy Germany
Instagram Miss Nappy Germany, Afro Beauty Festival

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BHM 2019: Tutu Westerhoff

Tutu, Du hast einen Online-Shop, bist Bloggerin und Singer/Songwriterin – das findet man über Dich im Netz. Wir sind neugierig und möchten mehr über Dich erfahren. Wie würdest Du Dich vorstellen, wenn Du Dich selber interviewen könntest?  Wer bist Du?

Tutu: Ich heiße Tutu Westerhoff, geboren in Sierra Leone, Westafrika. Ich bin Mutter von drei Kindern und lebe schon seit ungefähr 30 Jahren in Deutschland. Ich habe meine Leidenschaften zum Beruf gemacht. Ich liebe es, andere Menschen glücklich zu sehen, oder wenn ich es selbst bin. Ich liebe das Gefühl, wenn ich ein Projekt abschließe, wenn ich meine Ideen und Kreationen mit anderen Menschen teile, die Herausforderung und die Idee oder ein Projekt real werden zu lassen. Das sind Dinge, die für mich ganz wichtig sind. So würde ich mich selbst gerne als Person beschreiben – jemand, der gerne kreiert.

Was sind Deine Ziele und wo willst Du hin?

Mein Ziel ist es, glücklich zu sein. Glücklich zu sein bedeutet für mich auch das machen zu können, was mir gefällt. Das bedeutet, meine Träume umzusetzen und zu verwirklichen. Aber ich habe ganz viele Träume. Man träumt ja auch nicht jeden Abend genau das Gleiche. Ich habe verschiedene, ganz unterschiedliche Träume. Und ich lebe dafür, diese Dinge umzusetzen. Und das ist es, was mir in meinem Leben Freude bereitet.


Dein Album und Titelsong „My Tree gonn Grow“  beschreibst Du als Deinen persönlichen „Motivationsslogan“ oder „Lebensphilosophie“. Motivation, um zu wachsen, sich vorzubereiten, um Dich in einer Kreativphase zu leiten und Dich immer wieder daran erinnern wie stark Du bist!

„My Tree gonna Grow“ – ja, das ist tatsächlich mein Slogan, oder man kann auch sagen „Lebensphilosophie“ oder eigentlich meine Motivation. Worte, die mich motivieren weiterzugehen und mich zu korrigieren, mich zu entwickeln, mutig zu sein. Es ist so, als würde man das Leben an sich mit dem eines Baumes vergleichen. Wenn die Umstände stimmen, wenn ein Baum genug Licht, Wasser und genug Liebe bekommt, wächst er auch dementsprechend.

Gab es Zeiten, in denen Du das anders gesehen hast?

Natürlich ist es nicht immer so gewesen. Das Glück ist, glaube ich, nicht immer mit uns. Das Leben ist nicht immer freundlich, es ist nicht immer nett. Ich persönlich habe mir diesen Slogan ausgedacht, um mich selber zu motivieren. Denn, wie gesagt, sehr oft sind die Dinge nicht einfach im Leben.

Das könnte jetzt eine schwierige Frage werden, aber könntest Du uns verraten, welcher Dein persönlicher Lieblingssong auf Deinem Album ist? Und warum?

„My Tree gonna Grow“ ist tatsächlich mein Lieblingslied auf meinem Album, weil es einfach mein Leben beschreibt! Das, wofür ich stehe. Mein Ziel ist es, in meiner Welt „groß“ zu werden. „Groß“ zu werden bedeutet für mich, eine großartige Frau zu werden. Es geht nicht darum, berühmt zu werden, reich zu werden, es geht darum, als Mensch so weit zu kommen, dass ich mich selbst im Spiegel anschauen und sagen kann: „Du bist eine tolle Frau!“.

Was ist derzeit Dein Lieblingssong?

Tank & The Bangers! Die kommen aus Amerika, die finde ich ganz toll. Die haben ein Lied, das heißt „Roller Coasters“. Die Artistin hat eine ganz andere Art ihre Songs darzustellen und umzusetzen. Ich finde das sehr theatralisch und sehr emotional – und Valerie June. Sie hat einen Song, der heißt „Working Woman Blues“. Ja, das sind keine aktuellen Songs, von 2008 und 2017, vielleicht etwas älter, aber das sind die Songs, die ich wirklich im Moment gerne höre.

Begegnet Dir als Frau, Mutter, Sängerin und Designerin häufig Rassismus, Diskriminierung oder Sexismus in Deutschland?

Als Frau erlebe ich das im Moment ganz selten, einfach weil mein Umfeld so klein ist. Ich habe zu wenige Menschen um mich herum, die mir solche Lebensumstände bereiten könnten. Als Mutter erlebe ich schon, dass meine Kinder nach Hause kommen und von rassistischen Ereignissen, die in der Schule, auf der Straße oder im Bus passieren, berichten. Da finde ich es wichtig, als Mutter die richtigen Worte zu finden, meine Kinder zu stärken, selbstbewusster zu machen und ihnen einen Leitfaden zu geben, wie sie damit umgehen können.

Als Sängerin habe ich manchmal das Gefühl, dass ich Rassismus nicht selber spüre, aber ihn auf jeden Fall in Deutschland sehe, weil ich mich oft frage, warum es so ist, dass People of Color so wenig Platz im Musik-Business finden. Oftmals frage ich mich, ob das etwas mit Diskriminierung oder Rassismus zu tun hat. Ich weiß es nicht. Viele würden sagen, dass ist das, was die Menschen hören wollen. Aber ich kenne ganz viele tolle, wunderbare Musiker und Sänger, Afrikaner, Schwarz-Amerikaner, alle People of Colour, und die haben nur wenig Platz in der Musikszene. Das ist meine Meinung.

Als Designerin habe ich bis jetzt keinen Rassismus, Diskriminierung oder Sexismus erlebt. Damit möchte ich nicht sagen, dass es nicht existiert. Wir wissen alle, dass es existiert. Es ist nur vielleicht im Bereich „Design“ anders.


Auf Deiner Internetseite findet man neben Musik und ausgefallene Wax Print-Designs auch Pflege – und Beautyprodukte! Auf YouTube veröffentlichst Du auch Rezepte für „ausgewogene Mahlzeiten zum Mitnehmen“. Das bedeutet Geist, Seele und Körper sind für Dich zentrale Themen und stehen im Mittelpunkt Deiner Arbeit. Du bist eine frei denkende Frau, mit eigener Stimme, Mut und Kampfgeist. Du inspirierst. Geist, Körper und Seele sind auch Schlüsselbegriffe in feministischen Diskursen. Einige lehnen den Begriff „Feministin“ ab, andere stehen dazu. Würdest du dich als Feministin bezeichnen und was bedeutet Feminismus für Dich?

Feministin? Das ist schwierig. Ich meine, ich mache sicherlich einige Dinge im Alltag, die eine Feministin tun würde. Ich helfe anderen Menschen, ich zeige Solidarität und kämpfe für andere, die Schwierigkeiten haben. Ich spreche Dinge auch frei aus. Wenn ich Ungerechtigkeit sehe, bin ich auf jedenfall da. Ich gehöre keiner Bewegung an. Ich finde, eine Feministin ist eine Person, die wirklich hinausgeht und sich für uns, die Frauen, einsetzt. Man muss schon einer Bewegung zugehörig sein, um sich als Feministin bezeichnen zu können – das ist ein großes Wort. Da gibt es Menschen, die wirklich gelobt und anerkannt werden müssen, die für uns kämpfen. Dafür muss ich noch einiges tun, um mich so bezeichnen zu können.

Woher beziehst Du Deine kreativen Ideen?

Von überall her! Jeden Tag sehe ich Dinge, höre ich Dinge, spüre ich Dinge, die mich inspirieren. Und ich denke, dass hört auch nicht auf und ich möchte auch nicht, dass es aufhört. Die kleinsten Details, manchmal sind es einfach nur die Blätter im Herbst, die herunterpurzeln. Solche Kleinigkeiten bedeuten mir sehr viel und inspirieren mich und tragen dazu bei, dass ich neue Ideen bekomme. Natürlich die Interaktion mit anderen Menschen, mit Freunden, auch mit Menschen, mit denen ich nicht befreundet bin. Solche Begegnungen prägen und beeinflussen meine Ideen auch. Das passiert ständig, manchmal sogar beim Kochen. Selbst ein Gericht zuzubereiten, bedeutet Kreativität. Ich koche nie zweimal genau dasselbe. Ich benutze keine Rezeptbücher. Ich mache meinen Kühlschrank auf und schaue, was da ist, hole mir zwei drei Zutaten raus und bereite etwas zu. Das ist für mich Kreativität. Und sei es die Art, wie ich putze. Ich probiere immer wieder neue Sachen aus. Und das liebe ich sehr. Das Leben muss abwechslungsreich sein!

Deine Stoffe sind sehr besonders. Beziehst Du Deine Stoffe aus Europa oder arbeitest Du mit außereuropäischen Händlern zusammen?

Die Stoffe, die ich derzeit benutze, sind sehr besonders. Das sind größtenteils Vliscostoffe. Die Firma kommt aus Holland. Die haben eine ganz besondere Drucktechnik, so dass die Stoffe von beiden Seiten wirklich ganz toll aussehen. Das machen mittlerweile auch andere Firmen aus China. Ich muss dazu sagen, als ich angefangen habe mit Textilien zu arbeiten, war ich über die Herkunft unserer sogenannten „afrikanischen Stoffe“ nicht wirklich informiert. Ich war schon ein bisschen enttäuscht, als ich dann erfahren habe, dass Wax-Print Stoffe, ihren Ursprung  nicht in Afrika, sondern in Europa haben.

Das war ein Schock. Das ist der Grund, warum ich mich dazu entschieden habe, dieses Jahr meine eigenen Stoffe zu entwickeln. Ich möchte ganz gerne mit afrikanischen Firmen zusammenarbeiten, aber das ist nicht so einfach, wenn man selbst in Europa lebt. Das ist mein Ziel – Stoffe zu entwickeln, die tatsächlich in Afrika hergestellt werden. Das ist auch ein Traum von mir, und das werde ich umsetzen.

Natürlich gib es in Afrika auch ganz viele  „einheimische“ Stoffe, die entwickelt werden, und auch da möchte ich mich ganz gerne reinarbeiten und vieles kennenlernen. Ich denke, das wird eine tolle Reise. Ich arbeite wirklich gerne mit Stoffen; und mal schauen, wo mich die Reise hinführen wird.

Man hört immer wieder, dass die Bereitschaft innerhalb Schwarzer Communities von Schwarzen UnternehmerInnen zu kaufen, sehr gering ist. „Man muss immer verhandeln“ oder „zu überteuerte Preise bezahlen“, wird häufig als Grund genannt. Woran, glaubst du, liegt das? Ist es eine Luxusware?

Das ist tatsächlich so. Ich musste das leider auch feststellen, als ich meinen Online-Shop eröffnet habe. Am Anfang habe ich gedacht: „Wow my brothers and my sisters, they gonna love my stuff“, das stimmt so nicht. Also es ist nicht so, dass sie meine Sachen nicht lieben. Ich denke auch nicht, dass sie es überteuert finden oder die Preise nicht stimmen. Ich denke, jeder Afrikaner kennt eine Tante oder Schwester, die ihm oder ihr irgendwas nähen kann oder die Haare flechten kann.

Speziell von Deutschland gesprochen, sollten wir berücksichtigen, dass nicht viele Schwarze Menschen hier leben! Ich kann ja keine Produkte machen und davon ausgehen, dass alle sie kaufen werden. Deswegen sage ich immer, wenn man Produkte herstellt oder etwas entwickelt, ist es nicht so schlau diese Produkte nur für eine bestimmte Gruppe herzustellen. Das bedeutet, dass wir Produkte für alle Menschen anbieten müssen, damit jeder was damit anfangen kann. Wir hören es ja häufig: wir kaufen von Chinesen, Chinesen kaufen von Chinesen. Wir kaufen von Indern, Inder kaufen von Indern.

Was sind Deine Gedanken zum Thema „Black Business“?

Ich kann nicht leugnen, dass ich hier sehr viel Support und Unterstützung bekommen habe. Und es fühlt sich auch wirklich sehr gut an. Ob die meisten dann auch bereit waren zu kaufen? Das war leider nicht so. Aber das ist ja auch egal. Es gibt andere Menschen die kaufen.

Was wünscht Du Dir von anderen Women of Colour für Women of Colour?

Ich wünsche mir für die Women of Colour, dass sie auf sich achtet. Wie sie läuft, wie sie spricht, was sie macht und wie sie es macht. Wie sie sich präsentiert. Das ist alles ganz wichtig. Dass sie stolz ist, dass sie keine Angst hat Dinge auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Dass sie mutig ist, höher und noch weiter zu gehen. Das wünsche ich mir für Women of Colour. Und von anderen Women of Colour für Women of Colour wünsche ich mir gegenseitige Unterstützung, und dass sie ihr das Gefühl geben, dass sie es  schaffen kann, dass sie stark genug ist, dass ihr nichts fehlt an Fähigkeiten oder an Möglichkeiten. Sie kann alles erreichen, was sie gerne erreichen möchte. Ich wünsche für Women of Colour, dass sie ihre Ängste hinter sich  lassen, mutiger werden und dass auch andere Schwestern sie dabei unterstützen, ihren Weg zu gehen.

Was würdest Du deinem jüngerem Ich oder den jüngeren Leserinnen hinsichtlich der Themen „(Business) Frau-sein“ in der heutigen Gesellschaft, Identität, Selbstliebe und Rassismus mit auf den Weg geben, wenn Du die Möglichkeit dazu hättest?

Ich würde sagen, nicht so schnell aufgeben. Wir machen alle Fehler, aber wir lernen ja auch von ihnen. Die Dinge sind so, wie sie sind. Man sollte nicht versuchen den einfacheren Weg zu wählen in der Hoffnung schneller am Ziel zu sein. Oft ist es so, dass man dadurch wichtige Phasen überspringt. Also nehmt euch die Zeit, um es richtig zu machen und sich nicht mit einem „es reicht so“ zufrieden zu geben. Wenn man ein Produkt entwickelt, oder eine Arbeit leistet, ist es wichtig, dass es qualitativ gut ist. Es muss nicht perfekt sein, denn was ist schon perfekt? Aber man muss schon dafür sorgen, dass ein gewisser Qualitätsstandard erreicht wird, weil du gut sein willst.

Den jüngeren Leserinnen möchte ich hinsichtlich „Frau sein“ gerne sagen, dass auch sie mutiger im Leben sein sollen. Das ist sehr wichtig, denn selbst als Mutter braucht man diese Selbstsicherheit, sonst wird man im Leben zertrampelt. „Surviving of the fittest“, so ist das im Leben. Und sie sollen lernen mehr auf ihre innere Stimme zu achten. Das ist eine Sache, die wir nie lernen. Diese ganz leise ruhige inner Stimmen, die man so oft ignoriert. Diese Stimmen sind sehr schlau. Und sie können einem den Weg zeigen. Was man in vielen Situationen am besten macht oder wie man reagieren soll. Das sage ich meiner Tochter immer – immer in Ruhe überlegen, Gespräche mit sich selber führen, das hilft. Ich würde den jüngeren Leserinnen sagen, dass sie auch Dinge in Frage stellen sollen – und nicht immer abnicken. Besser selbst überlegen und für sich selbst entscheiden. Sie sollen sich selbst schützen. Die Welt ist nicht immer schön.

Das Leben zeigt einem immer, dass man etwas machen muss. Man muss in Bewegung bleiben, etwas verbessern zu wollen. Man bekommt nichts auf einem silbernen oder goldenem Tablett serviert. Und ganz wichtig, sie sollen lernen sich zu akzeptieren und sich zu schätzen. Das ist für mich wichtiger als Selbstliebe. Ich bevorzuge lieber von Selbstakzeptanz zu sprechen oder Selbstwertschätzung, das ist viel wirkungsvoller.

Ich glaube fest daran, dass Mädchen in der jetzigen Gesellschaft viel stärker heranwachsen. Sie sind mehr informiert, sie sind offener. 

Ich glaube auch, dass bereits sehr viel Arbeit im Bereich Rassismus und Diskriminierung geleistet wurde. Wir sprechen heutzutage viele Dinge aus. Wir sind mutiger und unsere Kinder bekommen das mit und werden dadurch stärker, als wir damals waren. Sie merken auch, dass sie schön sind und das erreichen können, was sie wollen. Das war früher nicht so. Ich bin für alle Aktivisten und Menschen, die was bewirken wollen und können. Ich bedanke mich bei diesen Menschen, denn es kostet viel Mut, rauszugehen und gewisse Dinge anzusprechen.


Ihr findet Tutu hier:

Web: https://momentosbox.de

Facebook: https://www.facebook.com/momentosbox.de/

https://www.facebook.com/TutuMusicOfficial/

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCml5RZ3W5SUskXdmcwD58Kg

https://www.youtube.com/watch?v=Yy2eus5Os-A

IG: https://www.instagram.com/momentosbox/

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BHM 2019: Cassiane Lawrence

Recent year Cassiane Lawrence published the empowering „Afro Kid Series“. She´s a writer, a model, a blogger and she loves love poetry – that´s all that we found out about her on the internet! But who is behind that person „Cassiane Lawrence“?. Let´s start!

Imagine you would interview yourself. How would you introduce yourself? Who are you?

I am the world, but I am also as individual as individual comes, I solemnly believe in the lone mind, free thinking and living for self but within that prospective living for others. I am as much a part of the world as it is a part of me. Part of being me is find my individuality within a society that conditions us to be the same, so in retrospect I am who I am becoming.

My goal is to fix the world, our broken world, our broken society, my broken black community, my broken self. I intend on doing so by starting with our children because as much as society leads us to believe children learn from us fact is, we learn from them we learn how to love and be free from observing the mind that is of a child. Children are impressionable and if we can lead children to believe we are all equal beings, teach them to lead with love and keep that as a consistent message throughout their lives, I believe we can eradicate hate sooner rather than later. This will lead us to ultimately co-exist peacefully.

Who were your role models, who inspired you?

This questions tends to throw me off because I feel pressured to have someone that I look up to who’s mottos and life path I want to follow but if I am being honest I never really looked up to anyone, I never really wanted to be like anyone or felt the need to draw inspiration from anyone but myself and the God within me. When it comes to my life path its just that my individual life path, I am truly just doing what my mind and my heart agrees on lol, however, when it comes to the books my daughter and the multitude of children of colour faced with various adversities due to fair or unfair circumstances motivates me to write these stories.

What or who inspired you to write?

My daughter motivated me to start writing the Afro Kid Series, but I was writing long before that during primary middle and high school. I wrote poems and songs about the things I was going through. I wrote about feeling insecure and less than because I was black and being teased by all the boys at school, I wrote about being an outcast because I was one of the only females to be great at sports in my home country, being called Cassiman instead of Cassianne because I was tomboyish. I was writing long before my daughter came it was my outlet and I was spectacular in English so writing was always a passion but she motivated me to make the books a reality because I realised she is a lot like me and I never ever want her to go through life feeling about herself the way I felt about me growing up. I needed her to know that she is beautiful no matter what anyone else said or thought.

Which books, movies, music or artists influenced you personally and why?

I never had an artist that inspired me until Issa Rae, and this is because she is very frank and so individually her and like me she is routing for everybody black.

What or who is currently your favorite book or author?

The Secret is my favourite book at the moment. The Harry Potter Series is my all-time favourite. Children of Blood and Bone is becoming my favourite quickly because it’s like Harry Potter but 100% Black and beautiful. I love fantasy books and to have a fantasy book about black people! Score!

Tomi Adeyemi is quickly becoming my favourite author because she is again just individually her. Her brother Tobi Lou is my favourite musician right now because he is uniquely him check out his songs Solange, Buff Baby and Troop, amazing, their parents definitely did an amazing job raising them as individuals.


Black History Month 2019 – „Father of Black History Month“ Carter G. Woodson once said, „The mere imparting of information is not education. Above all things, the effort must result in making a man think and do for himself.“ Is this also the reason why it was important to you to create the Afro Kid Series?

Yes it was definitely important for me to write these books not only for the sake of giving my six year old the tools to be able to love herself whole heartedly but for all children of colour to be able to see themselves in children’s literature to see themselves in books and go mommy that’s me she looks like me she has my hair and my skin but I am also a beautiful individual me. These books are important because now children of colour can have these books and have characters from them to dress up as for international book day or world reading day or character day or whatever else they have something now for themselves to call their own.

What does „Black History Month“ mean to you personally?

To me Black History Month means nothing because every month is Black History month for me. Every month I want to learn about my history and my people and to label a month the shortest month at that Black History Month to me was just another way for the white man to continue to embed the colonial white washed history into our minds and to continue to supress and oppress our people by saying well every other month you learn white history but this month no this month you get to learn just a little bit about your people.

Praise us we gave you one month out of twelve be grateful and it’s like nah no thank you I learn about my people everyday 365 days a year so to me this is just another month. It might be the Jamaican rebelliousness in me and the fact that in Jamaica and much of the Caribbean we learn only about our people in history classes with the occasional Greek history etc. it just doesn’t register as something normal to me.

„The Afro Kid Series“ (T.A.K.S) is a book series thats aims to empower black children. „Representation also matters for us“, says your homepage afrokid.de. But also the aspect of talking about sexuality, transgender and queer people makes your books especially inclusive and wonderful. How is the feedback of your readers and how do people react to your books?

The feedback has been great the children love it the parents love it but a tale as old as time some people don’t really change unless they want to. I have had individuals say they don’t want to be a part of something that speaks about gay characters which the books don’t but the persona of the one character so far is gay the way he dresses and is flamboyant etc.

One of the moms whose child I wrote one of the stories is hesitating on approving the story for publication because of Frobi Froli who is not in any way related to her child’s book or story. He is only in the book I wrote about my daughter and is the president of the fairies so her worry was that since Frobi is the president of FroiLand wont the stories eventually co relate which they will but at this point it will not be about the kids anymore it will just be about the fairies.

This took me by surprise, but everyone has their own opinions and I must respect it.

Is there any character that has been haunting you? Did you ever write down that story?

No character really haunts me they each develop in their own special way and I wanted the books to be as inclusive as possible for everyone so for example deciding about Frobi’s persona was no question even when people were against it. I don’t care what people think I only care how I feel and how I feel is that Frobi can help a lot of children struggling with identity issues especially children who are coming to learn that they are LGBTQ etc.

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You love writing Poetry, what does poetry mean to you?

Poetry is my life! Letters placed in perfect sequence makes for a heart wrenching, soul gripping advancement, that of mind, body and soul. Sweet whispers of alphabets arranged symphonicaly making love to every inch of you. That is poetry to me!

Your video „Remember“ – could you tell us more about it! What is it about?

Remember is a poem about loosing love, a love that I thought would last but it didn’t and then healing from the pain of loosing that love going on the find someone who I thought could possibly be my one my person and him telling me that I am no the one for him. I wrote the poem because during that time of being broken then healing myself to be torn again it was kind of putting me in a place of deep insecurity, questioning why these individuals didn’t see me as you their true love why they weren’t picking me I am the fucking bomb!

But it wasn’t about me being the bomb it was about me truly loving me, when I finally decided to let go of these individuals and find myself in a place such as Berlin being a Black Woman on her own no family hardly any friends learning to love me my time and my individuality I realised it was a blessing that they didn’t love me back.

I am now full of self-love and confidence and am in a relationship that allows me to blossom with a magnificent individual who doesn’t make me feel anything but love every single day and that’s beautiful that is “Remember.”——————————————————————————————————

Last but not least. What would you tell your younger self, regarding being a „woman“ in today´s society, „identity“ and „self-love“ if you had the chance?

Being a Woman in society has always been a struggle but in todays society we yield more power than ever, you are a Queen you are goddess within you lies God you hold power in your essence but most of all you wield power on your tongue so speak up speak loud and speak proud and most importantly speak life into others with kind words and empathy.
Once you love yourself whole heartedly you are able to love others as they need to be loved hold your sisters up with you, together we can heal the world as a mother heals her child, we are the keepers of the earth and only when we know this can our society change.

Find Cassiane Lawrence here:

Web- http://www.afrokid.de / http://www.clawpoetry.com

Facebook- Afro Kid Series / CLaw Poetry / Tones Of Melanin

Youtube- Tones Of Melanin

Instagram- @afrokideseries @clawpoetry @tonesofmelanin_

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Black History Month 2019 in Köln!

Knowing our History,  Making our History

heißt es auf der Facebook-Seite  BHM Köln. Jedes Jahr wird im Februar der Black History Month zelebriert, um an die Geschichte und Kultur Schwarzer Menschen zu erinnern und um sie zu würdigen.

Der Historiker Carter G. Woodsen gilt als Vater des Black History Month (kurz BHM). Er war es, der im Jahr 1926 die „Negro History Week“ initiierte, um über die Errungenschaften Schwarzer Geschichte, Kultur und Menschen zu informieren.

Dass der Black History Month in Deutschland gefeiert wird, haben wir der US-amerikanischen Sängerin Cynthia Utterbach zu verdanken. Sie hat 1996 in Hamburg Veranstaltungen in kleinerem Rahmen organisiert – der Black History Month gewinnt in der Hansestadt und bald in ganz Deutschland mehr und mehr an Popularität.

Hinter dem diesjährigen ersten „offiziellen“ Black History Monat in Köln stecken Bebero Lehmann, das Filmfest Afrika und Kaleo Sansaa.

„Im Februar feiern wir den  1. Black History Month in Köln (BHM), um die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland zu würdigen, afro-deutsche Kultur zu feiern und uns gegenseitig zu stärken“, heißt es auf der Seite des Filmfest Afrika.

Auch die VHS Köln, die mit dem Amerikahaus NRW e.V kooperiert, läd zum Zelebrieren des BHM ein. Sie laden anlässlich des BHM

einen Gast ein, der am 26.2.2019 im VHS-FORUM über die Thematik des strukturellen Rassismus in Deutschland und USA sprechen und diskutieren wird.

Nach dem die Gewaltwelle gegen Geflüchtete, Homosexuelle, Schwarze Menschen und all jenen die als „anders“ markiert werden, nicht erst seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland steigt und immer wieder entfacht, scheint das Feiern des Black History Month in Deutschland nicht nur hinsichtlich der empowernden Funktion für Schwarze Menschen von Bedeutung  zu sein. Diese Form der Erinnerungskultur und Auseinandersetzung mit Schwarzer Geschichte in Deutschland kann eine gleichzeitige Sensibilisierung und somit einen gesamtgesellschaftlichen positiven Impakt und Veränderung bedeuten.

Freut euch auf vielseitige Programme in und rund um Köln und auf spannende Interviews. Entdeckt neue Künstler und Künstlerinnen oder besucht interessante Veranstaltungen. Gepaart mit viel Film, Poesie, Empowerment und politischer Bildung, wird das diesjährige BHM-Köln 2019 eine Erfahrung für sich.


Hier schon mal ein paar BHM 2019 – Termine zum vormerken:

VHS Köln

Yoga mit Schwester Esther

https://www.facebook.com/events/1462890880512555/

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