Y´akoto: Am 31.03.2017 erscheint das neue Album Mermaid Blues!

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Mermaid Blues Tour 2017

19.08. Hamburg, Stadtpark
03.10. Zürich (CH), Plaza
04.10. Freiburg, Jazzhaus Freiburg
05.10. München, Muffathalle
07.10. Innsbruck (AT), Treibhaus
09.10. Stuttgart, Im Wizemannn
10.10. Köln Gloria, Theater
12.10. Hannover, Musikzentrum
13.10. Frankfurt, Zoom
14.10. Oldenburg, Kulturetage
15.10. Berlin, Lido

 

 

Afrika-Karibik-Festival kaum Schwarze Menschen

Foto: Pascal Bünning
Quelle:https://www.facebook.com/AfrikaKaribikFestival/

Dies ist nicht der Postillon. Der Titel ist auch kein schlechter Scherz und doch ist es bald wieder soweit. Das Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg (unter den Besuchern auch „AKF“ genannt), findet zum 20. Mal statt. Allerdings scheint das Konzept, das unter dem Motto „one race…human“steht, sich nicht wirklich verändert zu haben. Zum Auftakt des diesjährigenAfrika-Karibik-Festival, das vom 10.-13. August stattfindet,wirbt man mit Gentleman und Rea Garvey. Zu dem gibt es nur wenige und einen kaum repräsentativen Anteil von Schwarzen oder aus der Karibik stammenden Künstler.

Ein Gespräch mit dem Organisationsteam

Aus einem Anruf mit dem Organisationsteam des Festivals geht hervor, dass der Grund, dass keine afrikanischen oder karibische Künstler auf der Hauptbühne vertreten sind, die Veränderung des Konzepts sei. Es soll aber afrikanisches Essen, sowie Verkaufstände mit afrikanischen Kunstwerken und Souvenirs geben. Als Schwarzer, afro-europäischer oder karibischer Künstler, fühlt man sich wohl kaum repräsentiert und fragt sich, ob das diesjährige Afrika-Karibik-Festival nicht vielleicht zeigt,dass zwischen kultureller Aneignung und kulturellem Austausch ein schmaler Grat besteht.

Es gibt repräsentative Künstler

Wir möchten keine Spekulationen über die genauen Hintergründe für die Auswahl der diesjährigen Künstler anführen, allerdings sind dies hier nur einige Vorschläge mit wundervollen aus Europa, Afrika oder der Karibik stammenden, lokalen Botschaftern der Musik:

Akua Naru beim Weltmusikfestival Horizonte 2015 auf der Festung Ehrenbreitstein.

Moh Kouyaté, Leila Akinyi, Mariama, Y´akoto, Abiodun Odonkoya, Lopango ya ba nka, Joy Denalane, Pat Thomas, Nneka, Chima, Mamadee, Carmen Brown, Tamika, Patrice, Pascaline N’sanda, Etana, Mama Afrika, Sisters Keepers, Amaka, MakedaBe Ignacio, Bukahara, Gato Preto , Albert N’sandaAyoko Sonko und Akua Naru sind nur einige von zahlreichen Künstlern.

 

„One love…one race“

Es gibt demnach zwei Optionen. Die eine wäre entweder das nächste Afrika-Karibik-Festival zukünftig in das „Europa-Deutschland-Festival“ umzubenennen oder ein Konzept zu entwerfen, das afrikanischen, karibischen oder afro-europäischen Künstlern eine wahrhafte Plattform bietet. Es geht um die kulturelle Wertschätzung, der Musik, der Geschichte und den Respekt vor den Menschen. Denn wenn wir dies nicht tun, dann nehmen wir in Kauf, dass die Nichtwertschätzung der Ursprünge von Musik aus diversen Kulturen oder die Ersetzung Schwarzer, karibischer oder afro-europäischer Künstlern durch überwiegend weiße Menschen in Deutschland weiterhin zur Norm wird.

Ohnehin marginalisierte Menschen werden auf diesem Wege nur weiter benachteiligt. Dieser Beitrag soll als Anstoß verstanden werden, um gewisse Konzepte zu überdenken und eine längst fällige Debatten anzustoßen.

„One human, one race, different cultures and more representation.“

 

 

 

Erfolgreicher Kampf ! Maybelline – Update!

16708406_1373334242740417_4883411599854782428_nSo verfasste ich vor zwei Jahren einen Brief an Deutschlands Drogeriemarkt DM und bekundete meine Frust über die Entfernung von sämtlichen Produkten für Schwarze und PoC, so wie der Kampf gegen Ab- und Ausgrenzungen im Hinblick auf Kosmetik.

 

Update in Sachen Teint

„Na, schon bemerkt? Die ersten Theken sind umgebaut, denn in Sachen Teint tut sich bei uns so einiges! Mehr Updates gibt’s nächste Woche.“ Diese Nachricht publizierte nicht der Dro-shades-of-womengeriemarkt DM, sondern Maybelline selbst am 13. Februar. Ich freue mich, dass der Kampf und die Thematisierung von Gleichberechtigung und die Sichtbarmachung  Schwarzer Frauen endlich ernstgenommen wird, da das heutige Bild Deutschlands, schon lange nicht mehr nur aus weißen Menschen besteht.

 

 

Flashmob auf der Kölner Domplatte: Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt

Am  Sonntag veranstalteten Aktivisten einen Flashmob unter dem Motto „Black Lives Matter“, um auf die Polizeigewalt gegenüber Schwarzen, gegen Rassismus und Ungleichheit aufmerksam zu machen.

Um 16.00 Uhr versammelten sich die Aktivisten vor der Kölner Domplatte und fielen als Zeichen der Solidarität „tot“ um.

Copyright Melane Nkounkolo

Michael Brown, Eric Garner, Walter Scott und Sarah Bland wurden alle Opfer einer langen Reihe rassistisch motivierter Polizeigewalt. Nicht zuletzt brachte die Debatte um Alltagsrassismus, durch die innerhalb von zwei Tagen willkürlich erschossenen Afro-Amerikanern Alton Sterling und Philando Castile, das Fass zum überlaufen.

Kein Einzelfall – Auch in Deutschland ist das Thema Polizeigewalt kein neues Phänomen.

Am 7. Januar 2005 verbrannte, unter bis heute ungeklärten Umständen, der gefesselte Oury Jalloh im Dessauer Gefängnis. Die Aufklärung des brutalen Todes wurden seitens Behörden und Justiz mit großer Mühe verhindert. Trotz einer Zeugenaussage im Revisionsverfahren, bei der eindeutige Namen und die Begleitumstände genannt wurden, die zum Tode führten, sollte der Tod von Oury Jalloh nicht aufklärt werden.

Warum eigentlich nicht „All Lives Matter“?

Als in Ferguson ein Schwarzer Jugendlicher von der Polizei erschossen wurde, sollte der Hashtag „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen) mehr als ein sozialer Aufschrei werden. „Black Lives Matter“ hat inzwischen an großer Bedeutung gewonnen und ist zu einer neuen Bürgerrechtsbewegung geworden, die der Diskriminierung ein Ende setzen soll. Sie hat auf der ganzen Welt für Aufruhr Schwarzer Communities gesorgt, so zeigten insbesondere Schwarze im europäischen Raum Solidarität mit den Opfern.

Die Bürgerrechtsbewegung richtet sich vor allem an die Schwarze LGBT-Gemeinschaft, Behinderte, Frauen, sowie an alle Schwarzen Menschen über das gesamte gesellschaftliche Spektrum.

Copyright Melane Nkounkolo„Black Lives Matter“ positioniert das Leben von Schwarzen nicht höher, als das eines weißen Menschen. Es fordert die Mehrheitsgesellschaft dazu auf, Rassismus, weiße Privilegien und die ungerechte Behandlung von Schwarzen wahrzunehmen und sich der Verantwortung nicht zu entziehen.

Insbesondere von rechtsgesinnten und auch unwissender Menschen, kommt der Vorwurf, die Bewegung statt „Black Lives Matter“ nun „All Lives Matter“ zu nennen. Dem halten Aktivisten entgegen, dass das Leben von Schwarzen in einer Welt, in der vorrangig weiße Menschen in der Machtposition sind, als Leben mit geringem Wert angesehen wird. Die Aktivistin Alicia Garza sagt: „Schwarze Leben zählen in ‚Alle Leben zählen‘ zu übersetzen, zeigt, wie wenig der strukturelle Rassismus in diesem Land verstanden wird.“

Salonfähiger Rassismus in Deutschland

Die Zahl der auf Unterkünfte von Schutzsuchenden ausgeübten Angriffe beläuft sich für das erste Halbjahr 2016 auf knapp 563. Nicht zuletzt durch die Gründung der „Alternative für Deutschland“ und Pegida, sondern auch durch das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft, konnten rassistische Ressentiments in Deutschland wieder salonfähig werden.

Es bedarf einer ehrlichen Debatte über Rassismus auf Augenhöhe bei der nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen des Rassismus bekämpft werden.

Denn das Ziel einer gesamten Menschheit sollte der friedvolle und wahrhaft gleichberechtigte Umgang miteinander sein. Jetzt ist die Zeit, in der die Menschheit die Bereitschaft zeigen sollte,  rassistische Gedanken und Vorurteile freiwillig abzulehnen, sich zu reflektieren und für die Gleichberechtigung jedes Menschen, insbesondere der Opfer rassistischer Gewalt, einzutreten.

Fundamentale Menschenrechte – Bob Marley´Meißterwerk „WAR“ inkl. Übersetzung!

Marley entnahm den Text „War“ aus der Rede Haile Selassies an die Vereinten Nationen in New York am 4. Oktober 1963.

Der Text,  stellt eine Feststellung dar, dass der afrikanische Kontinent keinen Frieden kennen wird, bis:

  • die Philosophie, in der eine Rasse der anderen bevorzugt wird, endgültig und dauerhaft verrufen und abgeschafft sei,
  • der Hautfarbe nicht mehr Bedeutung zugesprochen würde als der Augenfarbe,
  • die fundamentalen Menschenrechte jedem Mensch, ohne Rücksicht auf eine angebliche Rasse, gleichmäßig garantiert seien,
  • die unehrenhaften und unglücklichen Regimes, die die Brüder in Angola, Mosambik und in Südafrika (stellvertretend für ganz Afrika) in untermenschlicher Knechtschaft halten, gestürzt und zerstört seien,
  • Engstirnigkeit, Vorurteile und boshaftes, unmenschliches Selbstinteresse ersetzt worden sei durch Verständnis, Toleranz und gutem Wille,
  • alle Afrikaner stehen und sprechen als freie Menschen, gleichwertig in den Augen der Menschheit, wie sie es sind in den Augen des Himmels.

Bis zu jenem Tag werde der Traum von dauerhaftem Frieden und weltlicher Bürgerschaft und die Herrschaft internationaler Moral nichts als eine flüchtige Illusion bleiben, die zu erstreben, aber niemals zu erlangen sei. Zum Schluss folgt der warnende Aufruf, die Afrikaner werden kämpfen, denn es sei notwendig, und sie sind sich ihres Sieges sicher, da sie überzeugt sind vom Triumph vom Guten über das Böse. (Wikipedia)

Hier eine Übersetzung des Songs!

Krieg

Bis die Ideologie,
die eine Rasse hervorhebt
und die Andere erniedrigt,
schließlich und dauerhaft verdammt
und abgeschafft ist,
wird überall Krieg sein, ich sage Krieg!

Bis es keine Bürger
erster und zweiter Klasse
in keiner Nation mehr gibt,
bis die Hautfarbe eines Menschen
nicht von größerer Bedeutung ist
als die Farbe seiner Augen,
sage ich Krieg!

Bis die grundlegenden Menschenrechte
allen gleich garantiert werden,
ohne auf die Rasse zu schauen,
gibt es Krieg.

Bis zu diesem Tag,
wird der Traum von dauerhaftem Frieden,
Weltbürgerschaft, Herrschaft des internationalen Anstands
eine vergängliche Illusion bleiben,
die verfolgt, aber nie erreicht wird.
Nun ist überall Krieg, Krieg!

Und bis die schändlichen und elenden Regime,
die unsere Brüder in Angola,
in Mosambik und Südafrika
in unmenschlicher Knechtschaft halten,
gestürzt und absolut zerstört sind,
Hey, überall ist Krieg, ich sage Krieg!

Krieg im Osten, Krieg im Westen,
Krieg oben im Norden, Krieg unten im Süden,
Krieg! Krieg! Gerüchte vom Krieg

Und bis zu dem Tag,
wird Afrika keinen Frieden kennen.

Wir Afrikaner werden kämpfen,
wir finden dies unumgänglich,
und wir wissen:
wir werden gewinnen,
Weil wir in den Sieg vertrauen,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse.

Bob Marley Video War

6 Tipps zum erfolgreichen Bloggen oder gar nicht erst beginnen!

BBEDMF Worried Businesswoman

Facebook-Seiten, die sich Themen wie der sozialen Ungerechtigkeit, Rassismus oder dem Aktivismus widmen, sprießen in den letzen Jahren fast tagtäglich in der Social-Media Welt auf.

Viele von euch haben vielleicht gerade erst eine neue Seite ins Leben gerufen, oder planen dies in naher Zukunft zu tun. Ich werde euch heute ein paar Dinge verraten , die ihr vielleicht gar nicht wissen wollt.  Sie werden euch  das Bloggen, Posten und Teilen eurer Artikel und Beiträge vielleicht einfacher machen, wenn ihr diese Tipps im Hinterkopf behaltet.

1. Es ist ein harter Job, denn..

Wenn Du eine gute Arbeit liefern willst, und dafür respektiert werden möchtest, dass Deine Beiträge geteilt und geliked werden sollen, sei zielstrebig und plane Deine Posts sorgfältig. Du solltest nicht nur oft posten, sondern auch die Uhrzeit, so wie auch die Wochentage bedacht auswählen. Es ist keine Entscheidung, die man je nach Lust und Laune bestimmen sollte. Wenn Dir der tägliche Austausch und die Diskussionen über Rassismus als System und die soziale Ungerechtigkeit wichtig sind, gehört das Opfern Deiner Zeit nun mal dazu.

Viele Seiten die Du vielleicht gerne besuchst, wie LLAG, Afro-Punk, ISD  & Co. und Mboka Moko, haben ihren Erfolg nicht von Anfang an genossen, im Gegenteil. Jede Seite hat einmal mit 0 Followern begonnen (vielleicht 1 Follower und zwar der Administrator). Diese Seite blieben jahrelang unbeachtet.

Falls Du also ein Problem damit hast, ein ganzes Jahr lang keine Likes für Deine Posts zu bekommen, oder nur 120 Follower zu haben, dann solltest Du lieber die Finger von einer eigenen Facebook-Seite lassen.

2. Big Brother is watching you

Jeder wird Dir dabei zuschauen was Du machst und nur darauf warten, dass Du mal einen Fehler begehst. Jedes Wort, jeder Witz, jeder Link, Youtube-Video oder jeder Antwortkommentar wird auf die Goldwaage gelegt werden.

Du bewegst Dich in einer Art aktivistischem Raum, in dem Du Menschen, Politiker oder Organisationen auf Grund ihres problematischen Verhaltens kritisierst. Tja, leider bietest Du, je bekannter Deine Seite wird, gleichzeitig eine große Angriffsfläche für jene, die nicht Deiner Meinung sind, an. Bekanntlich sind Rassisten, neuerdings auch Afd-Anhänger oder „Ich bin kein Rassist aber-“ Menschen, jene, die viel aktiver und fleißiger reagieren und kommentieren als so mancher, der sich eben genau für dasselbe einsetzt wie Du.

Es wird auch genügend negatives Feedback geben, so heißt es dann: „Beautiful Colours hat nur über XY gesprochen und vergisst dabei doch tatsächlich auch von XZ zu sprechen“. Die Erfahrung mit negativer Kritik umzugehen, soll auch gelernt sein, denn es kratzt doch schön am Ego. Manchmal hilft da die Einstellung: „interessiert mich doch nicht“. Aber manchmal muss man dann doch lernen dankbar zu sein. Man lernt erst Details zu beachten, und sich selbst oder veröffentlichte Artikel und Beiträge zu reflektieren, wenn einen die User auf Fehler aufmerksam machen.

Lerne Dich zu entschuldigen, revidiere Deine Fehler und weiter gehts!

3. Nicht jeder interessiert sich für das, wofür Dein Herz schlägt

Wie schon oben erwähnt, die Diskussion mit Rassisten lässt sich manchmal nicht vermeiden. Also lerne auch hier dich auf erschreckende Kommentare oder Feedback einzustellen, denn über die wirst Du früher oder später stoßen. Wie sagte einst Emine Aslan: „Rassismus ist salonfähig geworden“, das sieht man nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt.

„Political-Correctness“, Anti-Rassismus, die Bedeutung von Sprache, Geschichte und vieles mehr interessiert nicht jeden, und viele haben sich nicht so sehr damit auseinandergesetzt wie Du. Du wirst viele Menschen haben, die Dich den alltäglichen Rassismus verstärkt spüren lassen, Du darfst auch mal schwach, genervt und wütend sein, Du bist ein Mensch.

Spreche mit gleichgesinnten, frag Freunde oder andere  Administratoren von bekannten und unbekannten Seiten. Je mehr Follower Du bekommst, um so mehr Aufmerksamkeit bekommt deine Seite. Daraus resultierert auch, dass „Trolle“ auf deine Seite aufmerksam werden.

4. Du wirst Freunde verlieren, VIELE Freunde

Deine alten Schulkameraden, Freunde, Wegbegleiter oder  Dein Partner werden Dich fragen, warum Du so „radikal“ geworden bist und weshalb sich alles nur noch um Schwarze, POC und  Rassismus handelt. Das hast Du ja früher nie so gemacht! Früher, da warst Du für viele denkbar am angenehmsten.

In dem Moment, in dem Deine Freunde deinen Aktivismus nur riechen, sei gefasst, wird Dein Freundeskreis schmaler und schmaler werden.

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5. Du wirst gestresst sein und vielleicht depressiv

Wer würde nicht depressiv werden, wenn man sich vorstellt jeden Tag Artikel zu lesen, die sich mit der ungerechten Welt befassen, Rassismus, Sexismus oder White Privilge. Doch was will man machen? Nicht jeder interessiert sich für diese Themen, oder möchte die Welt wachrütteln. Sich für einen Tag die Haut ausziehen und von den Problemen unberührt  zu sein, funktioniert weder für Dich noch ist es für Dich eine Option.

Du liest einen Artikel und es brennt Dir unter den Fingernägeln darüber zu berichten, zu schreiben und zu reden. Aber vergiss nicht, auch Du brauchst eine Pause, eine Energiequelle und Freunde, bei denen Du Dich nicht verstellen musst.

6. Safe Space – Du bist nicht allein

Derzeit gibt es viele Communities in denen Du Dich über Deine Erfahrungen austauschen kannst. Es gibt Kurse und Veranstaltungen, in denen man über die eigene und nicht eurozentrische Geschichte lernt, empowert wird oder einfach Freunde findet, die sich darüber freuen, sich genau mit Dir zu unterhalten.

Der Ausländer Lesekreis in Köln  bietet beispielweise  einen Safe Space und gibt Menschen, die im deutschen Kontext als ‚Ausländer‘ wahrgenommen werden, die Möglichkeit, ihre Erlebnisse im Alltag mit anderen rassifizierten Menschen zu überdenken und darüber hinaus auch Theorien und Auswege zu erörtern.

Wenn Du Dir über diese 6 Punke Gedanken gemacht hast, die nur einen Bruchteil von den Hürden zeigen, mit denen Du Dich beim Verfassen eines Blogs befassten solltest, dann…3,2,1…los geht’s!

Beautiful Colours wird Dir folgen:)

 

*Angeleht an LLAG

 

Marcus Garvey

Schwarz, schön und stolz

Sie hegten einen Traum, der dieser Tage in den USA sehr fern wirkt:

Marcus Garvey und W. E. B. Du Bois wollten den Rassismus ein für alle mal beseitigen – mit einer Nation für die Schwarzen aller Länder Marcus Garvey kam aus kleinen Verhältnissen und wurde zu einem der Führer der frühen schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

„Ein Gott! Ein Ziel! Ein Schicksal!“ Unter diesem Slogan gründete der damals 27-jährige Marcus Garvey 1914 in seinem Heimatland Jamaika eine politische Organisation, die bis zum Aufstieg der Black-Power-Bewegung in den 1960er Jahren die wichtigste Schwarzen-Vereinigung und die bedeutendste Assoziation des Panafrikanismus darstellen sollte.

Die Universal Negro Improvement Association (UNIA), die ihr Hauptquartier 1917 im New Yorker Stadtteil Harlem aufschlug, unterhielt bald mehrere Hundert Sektionen in Nordamerika und anderen Teilen der Welt, insbesondere in Afrika. Zugrunde lag ihr die Idee einer möglichen Einheit aller Schwarzen, jenseits von Landesgrenzen und ethnischen Unterschieden. Garvey führte damit eine neue, radikale und aggressive Form des schwarzen Nationalismus ein.
Er predigte „Black is beautiful“ lange bevor dieser Slogan größere Popularität erlangte.
Die Ereignisse von Ferguson, einer vornehmlich von Schwarzen bewohnten ärmeren
Gemeinde am Rande von St. Louis, verweisen heute auf die fortdauernde Aktualität von
Rassismus in Nordamerika und damit auf das große Thema Garveys. Dort wurde der
unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown mit sechs Schüssen von einem weißen
Polizisten niedergestreckt. Was Garvey dazu gesagt hätte? Wohl das, was er auch seinen
Anhängern schon zurief: „Ich bin jedem weißen Mann gleichrangig. Ich will, dass ihr von
euch genauso denkt.“

Dazu propagierte er die Überzeugung, dass nur der wirtschaftliche,
politische und kulturelle Erfolg der Afroamerikaner für Gleichheit und Respekt sorgen
würde. Afroamerikaner müssten, um den Rassismus ein für alle Mal zu beenden, gleichsam
die besseren Kapitalisten werden.

Die Rolle als der in der Zwischenkriegszeit weltweit wohl einflussreichste Panafrikanist
war Garvey nicht in die Wiege gelegt worden. Geboren 1887, wuchs er in sehr
bescheidenen dörflichen Verhältnissen in Jamaika auf, das damals zum britischen
Weltreich gehörte. Sein Vater arbeitete als Maurer, ein Teil der Familie war in der
Landwirtschaft tätig. Die Sklaverei war zwar bereits seit 1838 offiziell abgeschafft, doch
litt die schwarze Bevölkerungsmehrheit noch immer unter oft elenden Lebensbedingungen
und fehlender politischer Teilhabe. Im Laufe der Jahre entwickelten die Schwarzen
Jamaikas jedoch eine dynamische und stetig expandierende bäuerliche Ökonomie, die
in einigen Regionen der Insel sogar dem von Weißen dominierten Plantagensystem
Konkurrenz machte. Garvey betonte stets den Modellcharakter dieser Bauernschaft für
seine Ideologie des Erfolgs durch eigene Leistung.

Garvey selbst lernte nach Ende seiner kurzen Schulzeit den Beruf des Druckers. Er
begann sich zunehmend für Politik zu interessieren und engagierte sich gewerkschaftlich,
fand aber aufgrund seiner antikolonialen Betätigung bald keine Stelle mehr. 1912
ging er nach London, wo er unter anderem für die Africa Times & Orient Review
arbeitete, eine vom ägyptischen Schauspieler und Journalisten Dusé Mohamed Ali
herausgegebene Zeitung, die panasiatische und panafrikanische Perspektiven vertrat.

Dort kam Garvey erstmals mit diesen Denkrichtungen und einigen ihrer Vertreter in
Kontakt. Die Ideologie des Panafrikanismus betont die engen kulturellen und damit
verknüpft nicht selten auch die „rassischen“ Verbindungen zwischen den Gesellschaften
Afrikas und der afrikanischen Diaspora und gipfelt in der Vision eines alles vereinigenden
afrikanischen Staates. Dieses vielschichtige Projekt entstand im 19. Jahrhundert durch
eine kleine Gruppe afroamerikanischer Intellektueller, die sich mit der von ihnen erlittenen
rassistischen Abwertung, politischen Unterdrückung und wirtschaftlichen Ausbeutung
auseinandersetzten. Die Idee des Panafrikanismus speiste sich aus diversen Quellen: aus
der Erfahrung von Sklaverei und Kolonialismus ebenso wie aus dem Liberalismus, dem
Marxismus und dem Sozialismus oder der Philosophie Mahatma Gandhis.
Die institutionelle Geschichte des Panafrikanismus begann im Juli 1900 mit einer
Konferenz in London, organisiert durch den in England lebenden, aus Trinidad
stammenden Anwalt Henry Sylvester Williams. Es kam nur eine kleine Schar von
rund 30 Delegierten. Lediglich vier davon stammten aus Afrika, etwa ein Dutzend aus
Nordamerika, elf aus der Karibik, fünf aus London.

Die Schlussresolution der Konferenz, auf der wahrscheinlich das Wort „Panafrikanismus“ erstmals geprägt wurde, appellierte an Europa, seine Werte auch an Afrika und die Schwarzen insgesamt anzulegen: „Wenn aber aus Fahrlässigkeit, Vorurteilen, Habsucht und Ungerechtigkeit die schwarze Welt ausgebeutet, ausgeplündert und erniedrigt werden soll, müssen die Ergebnisse beklagenswert, wenn nicht tödlich sein, nicht nur für die Schwarzen selbst, sondern auch für die hohen Ideale der Gerechtigkeit, Freiheit und Kultur, die eine tausendjährige christliche Zivilisation in Europa aufgerichtet hat.“


Diese Form der Kritik an Rassismus und Ausbeutung, verbunden mit Appellen an Europas Einsicht in die Universalität seiner Werte, wurde vor allem von William Edward Burghardt Du Bois geprägt, der sich zum wichtigsten Antipoden Garveys innerhalb der panafrikanischen Bewegung entwickelte. Sein Ruhm begann 1903 mit dem schmalen Essayband Die Seelen der Schwarzen. Einige Kritiker sprachen sogleich von einem Meisterwerk, von einer „politischen Bibel“ für die afroamerikanische Bevölkerung.

Max Weber bot an, sich um eine deutsche Übersetzung zu kümmern, und ließ wissen, dass er sich freuen würde, eine Einführung zu diesem „vorzüglichen Buch“ beisteuern zu dürfen. Andere Stimmen hingegen warnten, der Band werde „Rassenhass“ säen und einen verderblichen Einfluss auf die Schwarzen in den Vereinigten Staaten entfalten.

Im bekanntesten Kapitel des Buches griff Du Bois unverblümt Booker T. Washington
an, den damaligen Wortführer der Afroamerikaner. Er kritisierte dessen Strategie, einer
sozialen und politischen Unterordnung der Schwarzen bei gleichzeitigem Aufstiegsstreben
in der Wirtschaft und im Bildungsbereich das Wort zu reden. Washingtons Philosophie der
Anpassung und harmonischen Zusammenarbeit der „Rassen“ machte ihn Du Bois zufolge
zum Kronzeugen für das Argument von der bürgerlichen Minderwertigkeit der African
Americans.

Bei Erscheinen des Buches konnte Du Bois bereits auf eine ungewöhnliche Karriere
zurückblicken. 1868 in einer Kleinstadt in Massachusetts geboren, wuchs er in
vergleichsweise gesicherten Verhältnissen auf und besuchte ausschließlich weiße Schulen.
Zum Studium ging er zunächst ans Fisk College, an eine schwarze Universität in Nashville,
Tennessee – sein erster Aufenthalt im Süden der Vereinigten Staaten. Der junge Mann war
schockiert über die dort praktizierte Diskriminierung und den offenen, gewaltsamen Hass.
Er setzte seine Ausbildung in Harvard fort, wo er 1895 als erster Afroamerikaner mit einer
Arbeit über die Bekämpfung des transatlantischen Sklavenhandels promoviert wurde.

In der Folge arbeitete Du Bois eine Weile als Universitätslehrer in Atlanta und übernahm
dann für viele Jahre die Herausgabe der Zeitschrift Crisis, des Sprachrohrs der von ihm
mitbegründeten Bürgerrechtsorganisation National Association for the Advancement of
Colored People.
Noch vor dem Abschluss der Doktorarbeit hatte Du Bois zwei Jahre als Gaststudent in
Berlin verbracht und Vorlesungen bei Gustav von Schmoller und Heinrich von Treitschke
besucht. In seiner Autobiografie sprach er von seiner Horizonterweiterung in der deutschen
Hauptstadt: „Da waren Weiße – Studenten, Bekannte, Lehrer –, die die Gegenwart mit
mir erlebten. Sie betrachteten mich nicht als Abnormität oder als Untermenschen. Ich
war nur ein etwas privilegierter Student, den sie froh waren zu treffen und mit dem

sie über Gott und die Welt, besonders über die Welt, aus der ich kam, reden konnten.“(Andreas Eckert)


Marcus Garvey Video

Malcom X

Malcom X, der am 19. Mai 1925 in Omaha zur Welt gekommen war, erfuhr schon in frühester Kindheit, wie sehr andere ihre Sympathien ihm gegenüber von seiner Hautfarbe abhängig machten. Sein Vater, ein Schwarzer Laienprediger, der sich für Marcus Garveys „Back To Africa“-Bewegung engagierte, bevorzugte mit Malcolm das hellhäutigste seiner Kinder. Die Mutter, deren Vater weiß war, verband mit diesem negative Erinnerungen, die sie auf den Sohn projizierte, der neben der hellen Haut auch das rotbraune Haar ererbt hatte.
Als Malcolm vier Jahre alt war, erwarb die Familie ein Haus in einer zumeist von weißen bewohnten Gegend nahe Detroit. Der Widerstand der Alteingesessenen gegen die neuen Nachbarn, der in einer „erfolgreichen“ Brandstiftung am Haus der Littles gipfelte, prägte

Malcolms Denken ebenso wie der in seinen Umständen nie geklärte Tod des Vaters zwei Jahre später, der sich ebenso als Suizid oder Unfall wie auch als Mord darstellen ließ.

Hatten die Kinder schon vorher unter dem autoritären und manchmal brutalen Erziehungsstil der Eltern gelitten, wurde durch das Fehlen des Haupternährers Armut zu einem zusätzlichen Problem. Weil Malcolm durch mehrere Diebstähle auffällig geworden war, wies man ihn 1939 in ein Heim ein. Dort wurde ihm noch stärker als bisher verdeutlicht, dass er im späteren Leben nicht die gleichen Chancen wie ein Weißer haben könne, denn obwohl seine schulischen Leistungen hervorragend waren, stand ihm bestenfalls eine Lehre in einem handwerklichen Beruf offen. Die Folge war eine Phase tiefer Resignation, in der er sich wieder gehen ließ. Vor der Einberufung zum Militärdienst bewahrte ihn ein psychiatrisches Attest. Er versuchte sein Äußeres möglichst dem eines Weißen anzugleichen, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, handelte mit Rauschgift und beging Einbrüche. Schließlich wurde er 1946 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, wobei ihm als Hauptanklagepunkt der sexuelle Kontakt zu einer weißen Frau vorgeworfen wurde.

Im Gefängnis begann er, sich mit Hilfe von Büchern weiter zu bilden. Sein Bruder machte ihn 1948 mit der Nation of Islam bekannt, die seit 1930 bestand und innerhalb der USA einen separaten, von Schwarzen bewohnten Staat anstrebte. Diese Bewegung, die auch als „Black Muslims“ bekannt ist und der – oft genug zu Recht – Rassismus gegenüber Weißen vorgeworfen wurde, bot Malcolm Little, der sich nun unter Verzicht auf den seinen Vorfahren aufgezwungenen Familiennamen Malcolm X nannte, eine geistige Heimat. Er las nun insbesondere philosophische und historische Werke und trainierte intensiv seine rhetorischen Fähigkeiten.
Nach der vorzeitigen Haftentlassung nahm er Kontakt zu Elijah Muhammad, dem Führer der Nation of Islam, auf. Dieser betreute Malcolms Werdegang nun persönlich, der dank seiner Ausstrahlung und Souveränität wie auch seines bedingungslosen Einsatzes zu einem Wortführer der Bewegung wurde. Er ging in die Schwarzenviertel, redete in der dort gebräuchlichen Sprache zu den Anwohnern und konnte viele für seine Organisation begeistern. Indem er die weiße „Rasse“ als vom Teufel gesandt darstellte und muslimische Werte – einschließlich der unbedingten Höherwertigkeit des männlichen Geschlechts – predigte, verhalf er seinen Anhängern zu neuem Selbstbewusstsein.

Dass etablierte Medien Malcolm X als „Schwarzes Monster“ darstellten, war auch nicht gerade ein geeignetes Mittel, ihn von seinem Wege abzubringen.
Nach Meinungsverschiedenheiten über den Kennedy-Mord, der Malcolm nicht gerade erschüttert hatte, trennte er sich von der Nation of Islam, da er in Elijah Muhammads Verhalten eine immer stärkere Doppelmoral erkannte. Er gab sich den Namen Malik el Shabbaz, gründete die Muslim Mosque Inc und pilgerte nach Mekka. Erst zu dieser Zeit gab er den Gedanken auf, eine „Rasse“ könne wertvoller als andere sein, und übernahm sozialistisch-internationalistische Ansichten, die auch die Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika berücksichtigten.
Seine wiederholt geäußerten Vorwürfe gegen Elijah Muhammad brachten ihm die offene Feindschaft der NOI ein. Am 21. Februar 1965 detonierte während eines Vortrages in Harlem eine Rauchbombe. Die dabei entstandene Verwirrung nutzten drei NOI-Mitglieder, um Malcolm X zu erschießen.(was-war-wann)

Malcom X Video

James Baldwin

James Baldwin (* 2. August 1924 in Harlem, New York City, New York, Vereinigte Staaten; † 1. Dezember 1987 in Saint-Paul de Vence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich) war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt wurde.

Viele seiner Arbeiten behandeln Themen wie Rassismus und Sexualität. Seine Erzählungen sind berühmt für den persönlichen Stil, in dem Fragen der Identität von Schwarzen und Homosexuellen und damit verbundener sozialer und psychologischer Druck zur Sprache kommen, lange bevor die soziale, kulturelle oder politische Gleichstellung dieser Gruppen erkämpft wurde.

Leben und Werk

James Baldwin wurde 1924 im Harlem Hospital unter dem Namen James Arthur Jones als erstes Kind der alleinstehenden Mutter Emma Berdis Jones geboren, die aus Maryland voller Hoffnung in den freiheitsversprechenden Norden gezogen war; sein Vater ist unbekannt. Nach der Hochzeit der Mutter mit dem Fabrikarbeiter und Baptistenprediger David Baldwin, der im Zuge der great migration aus New Orleans nach New York gekommen war, wurde James im Alter von drei Jahren dessen Nachnamen gegeben. Emma und David Baldwin bekamen in den folgenden Jahren gemeinsam acht Kinder.

James Baldwins Jugend im Ghetto war vor allem durch die Erfahrung von Armut, Depraviertheit und Diskriminierung ebenso wie durch den religiösen Fanatismus der store-front church bzw. Pentecostler- und Holiness– Bewegung geprägt, der seine Familie angehörte. Sein Vater konnte die große Familie kaum ernähren und suchte als fanatischer Laienprediger Trost und Kompensation in seinem Erwähltheitsbewusstsein und den Verheißungen eines besseren Lebens im Jenseits, wurde durch die Widersprüche in seiner eigenen Existenz aber schließlich in jenen Wahn getrieben („eaten up by paranoia“), den James Baldwin seitdem immer wieder als unausweichliche Folge des Rassenhasses dargestellt hat.

Zu seinem Stiefvater hatte James schon in früher Jugend ein äußerst angespanntes und schwer gestörtes Verhältnis. Nach einem visionären Erweckungserlebnis als Vierzehnjähriger, das danach auch als Vorlage für die Erfahrungen des gleichaltrigen John Grimes in seinem stark autobiografischen Debütroman Go Tell it on the Mountain diente,[5] fand James Baldwin ab 1938 bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr in der Pfingstgemeinde seines Vaters Anerkennung als jugendlicher Prediger. Die Beziehung zu seinem Stiefvater war fortan durch zunehmende Rivalität und Ablehnung durch den Stiefvater gekennzeichnet. Diese Ablehnung und der sittenstrenge religiöse Fanatismus David Baldwins spiegelten sich später als dominierende Themen in James Baldwins Werken wider.

Schon früh zeigte der begabte James ein großes Interesse an Literatur. Er war als Kind und Jugendlicher ein leidenschaftlicher Leser, der sein Lesematerial in den öffentlichen Bibliotheken New Yorks fand. Zu den ersten literarischen Einflüssen auf ihn zählten Werke von Harriet Beecher-Stowe, Horatio Alger und Charles Dickens.

Obwohl James Baldwin zunächst in einer fanatischen Gläubigkeit wie sein Stiefvater „den Ausweg aus seinem Haß für die weißen Unterdrücker und seine Verachtung für die unterdrückten Schwarzen“ fand, wandte er sich nach drei Jahren erfolgreicher Predigertätigkeit 1941 von der Kirche ab, was zugleich die endgültige Entfremdung von seinem Stiefvater bewirkte. Baldwin war zu der Überzeugung gelangt, dass die Ghettokirchen nur eine Maske für „den Hass, Selbsthass und die Verzweiflung“ seien („a mask for hatred and self-hatred and despair“) seien und dass die Religion in Harlem ausschließlich der „Einbildung von Rache“ diene („a complete and exquisite fantasy revenge“).

Kurz nach seiner Abkehr vom Christentum schloss James Baldwin 1942 mit Erfolg seine Schulausbildung an der De Witt Clinton High School, einer vornehmlich von Weißen besuchten Schule in der Bronx, ab. Dort hatte er sich zuvor durch die Herausgabe einer Schülerzeitung profiliert. Er verließ die Familie und lebte mehr schlecht als recht von verschiedenen Gelegenheitstätigkeiten, um sich dem Schreiben zu widmen.

1943 starb sein Stiefvater und Baldwin sah sich in der Pflicht, für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Seinen Entschluss, Schriftsteller zu werden, gab er jedoch nicht auf, er wurde vielmehr durch diese Arbeiten bestärkt. Einen Förderer fand er in dem 16 Jahre älteren Schriftsteller Richard Wright, den er 1944 erstmals traf. Durch Wrights Fürsprache erhielt Baldwin ein Eugene F. Saxton Felloship für ein Romanprojekt, das allerdings scheiterte. Für ein weiteres Buchprojekt, das durch ein Stipendium der Rosenwald Fellowship gefördert wurde, fand sich ebenso wie zuvor kein Verleger.

1946 veröffentlichte Baldwin seine erste Buchrezension in der Zeitung „The Nation“. In den folgenden Jahren wurde er als Essayist und Rezensent bekannt; er publizierte in namhaften Zeitschriften und Zeitungen. Sein erstes bedeutendes fiktionales Werk war die Kurzgeschichte „Sonny’s Blues“ aus dem Jahr 1948.

In Baldwins Verhältnis zu seinem erklärten geistigen Vater Richard Wright wiederholte sich anschließend der für Baldwin immer noch tief sitzende Konflikt mit seinem Stiefvater. Wenige Jahre nach dem Bruch mit der Store-Front-Church und der religiösen Welt seines Stiefvaters folgte der Bruch mit Wright, dessen aufklärerischem Impetus er die Befreiung aus den fanatisch-religiösen Zwängen seiner Kindheit verdankte. In einem seiner ersten Essays „Everybody‘s Protest Novel“ (1949) kritisiert Baldwin Wrights Roman Native Son und beschuldigt ihn des Puritanismus. Dieser erneute innere Konflikt mit seinem geistigen Ziehvater und Förderer Wright wurde in der Folgezeit zu einem der wesentlichen Antriebe in Baldwins weiterem schriftstellerischen Werk.

Die anfängliche Erfolglosigkeit seiner ersten literarischen Projekte und das Gefühl der Unmöglichkeit, sich selbst und seinen Platz in einer Gesellschaft zu finden, die ihn unterdrückte oder ignorierte, drängten James Baldwin im November 1948 auf Wrights Spuren ins Exil nach Paris. Wie er später betonte, hatte er den Rassismus in New York nicht mehr ertragen können. Anders als Wright, der sich in den Kreisen der geistigen Elite Frankreichs um Sartre herum bewegte, lebte James Baldwin in Paris jedoch zunächst in einem völlig anderen Milieu in bitterster Armut unter Afro-Franzosen, Arbeitslosen und Obdachlosen. Einflüsse des französischen Existentialismus sind daher in seinem Werk nicht zu spüren.

Die folgenden vierzig Jahre seines Lebens verbrachte Baldwin überwiegend in seiner französischen Wahlheimat. Baldwin bezeichnete diesen Schritt als „Selbstexilierung“. In den USA sei es ihm nicht gestattet gewesen, sich in die Richtung zu entwickeln, in die er sich nur habe entwickeln können: „Alles, was mir meine Landsleute in jenen 24 Jahren, die ich im Lande zu leben versuchte, anzubieten hatten, war der Tod – ein Tod überdies nach ihrem Geschmack.“

In Europa wurde Baldwin, der bis zu seinem Tode alle Versuche der schwarzen Afrikaner ablehnte, die ihnen verweigerte Identität aus ihren afrikanischen Wurzeln abzuleiten, deutlich, dass er als Autor sich einzig im Medium der westlichen Kultur und der englischen Sprache verwirklichen konnte. Nach einem Nervenzusammenbruch hielt er sich als „Stranger in the Village“ (dt.: „Fremder im Dorf“), wie es in seinem gleichnamigen Essay heißt, zur Genesung in einem abgeschiedenen Gebirgsdorf in der Schweiz auf. Nach seiner Genesung gelang ihm 1953 mit der Veröffentlichung seines Erstlingsromans Go tell it on the Mountain, in dem sich seine Kindheits- und Jugenderfahrungen in der heimatlichen Baptistenkirche spiegeln, der schriftstellerische Durchbruch. In Europa vollendete er auch seinen zweiten Roman Giovanni‘s Room, der aufgrund seiner Thematik für großes Aufsehen und öffentliche Diskussionen sorgte.

In diesem Roman, dessen weißer Protagonist gleichfalls nach Frankreich geht, um sich selbst zu finden, setzt sich Baldwin thematisch in der Gestaltung der Identitätssuche des Helden in einer homosexuellen Beziehung an zentraler Stelle literarisch auch mit der Frage seiner eigenen Homosexualität auseinander, die sich ebenso in seinem Essay über André Gide äußert und fortan in dem überwiegenden Teil seiner Werke eine gewichtige Rolle spielt.

Die Freundschaft von Wright und Baldwin zerbrach, als der ehemalige Mentor, der inzwischen ebenfalls in Frankreich lebte, Baldwins erstes längeres Manuskript und seine in der „Partisan Review“ veröffentlichten Essays „Everybody’s Protest Novel“ (1949) und „Many Thousand Gone“ (1951) kritisierte. Baldwin hatte seinerseits in den beiden Essays die künstlerische Qualität und sozial-politische Relevanz von „Protestromanen“ wie Beecher-Stowes Onkel Toms Hütte und vor allem Wrights Native Son in Frage gestellt.

Vier Jahre nach seiner Rückkehr in die USA als bereits anerkannter und gefeierter Autor grenzte sich Baldwin in den drei zu „Alas, Poor Richard“ zusammengefassten Essays 1961 in seinem zweiten Sammelband Nobody Knows My Name: More Notes of a Native Son in scharfer Form von seinem einstigen Mentor Wright ab und versuchte sich damit von den Maßstäben der vorangegangenen Generation afro-amerikanischer Schriftsteller zu befreien. In seiner schriftstellerischen Haltung nähert sich Baldwin damit der Position Ralph Ellisons an, der ebenso das Postulat, afro-amerikanische Literatur müsse zwangsläufig Protestliteratur sein, zurückwies.

Nach dem Tode Wrights in Paris kam es in Baldwins späterem literarischen Werk allerdings zu einer verblüffenden Umkehr: Ohne der Nachahmung bezichtigt zu werden, konnte Baldwin nun das auch bei ihm vorhandene und dringend gesuchte neue Thema des Protestes zum Ausdruck bringen. In dem schnell zum Bestseller gewordenen Roman Another Country, der vermutlich nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Sex-Szenen einen großen Leserkreis fand, gelingt es Baldwin Einschätzungen in der Literaturkritik zufolge allerdings nicht hinreichend, die künstlerische Distanz („artist“) mit dem Ausdruck des politischen Protestes („propagandist“) zu vereinbaren.

James Baldwin während des Civil Rights March am 28. August 1963 in Washington D.C.

Baldwin engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung und vor allem gegen den Rassismus. Seine Reden und Essays hatten großen Einfluss, allen voran seine Schrift The Fire Next Time, in der er, von persönlichen Erfahrungen ausgehend, die rassistische Struktur und die sexuelle Doppelmoral der US-amerikanischen Gesellschaft analysierte. Im Unterschied zu anderen afroamerikanischen Schriftstellern der 1950er- und 1960er-Jahre bewahrte Baldwin zumeist seinen Optimismus, dass sich die ethnischen Konflikte in den USA, wenn auch mit großer Kraftanstrengung, langfristig überwinden ließen.

Nach der Ermordung von Malcolm X am 21. Februar 1965 und Martin Luther King am 4. April 1968 durch weiße Attentäter sah Baldwin sich erneut, wie 20 Jahre zuvor, in einer Situation, in der er Ruhe, Zeit und Abgeschiedenheit brauchte, um über die gewandelte Lage nachzudenken und seine literarische Tätigkeit fortzusetzen. Aus diesem Grunde begab er sich 1970 ein weiteres Mal ins Exil nach Frankreich.

Seinen eigenen Aussagen zufolge war ihm in Hollywood bei dem Versuch, ein Drehbuch für einen Film über Malcolm X zu schreiben, endgültig klar geworden, dass „der Dialog nicht mehr möglich und der amerikanische Traum ausgeträumt sei.“ Seine neue Rolle, die er in Anspruch nehmen könne, begriff er nunmehr als die eines Zeitzeugen, der die Geschichte des Civil Rights Movement, wie er sie selbst miterlebt hat, nicht dokumentarisch („not a documentary“), sondern als „persönliches Buch und Zeugenaussage“ („a personal book – a testimony“) darstellt.

Das Spätwerk Baldwins spiegelt vor allem dessen Bemühungen, unter dem Eindruck einer „neuen schwarzen Ästhetik positive Selbstbilder“ zu entwerfen, in dem beispielsweise seine „ausschließlichen Deutungen der schwarzen Musiktradition, vor allem des Gospel und des Spiritual, als Ausdruck von Leid und Schmerz“ stehen.

Für sein Werk wurde Baldwin mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet und 1986 zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion ernannt.

Er starb 1987 im Alter von 63 Jahren an Magenkrebs. (wikipedia)

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